VATRA DORNEI. Am Sonntag, 5. Februar, hätten im Rahmen der 21. FIL Weltmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn in Vatra Dornei (ROU) eigentlich die finalen Läufe der Damen und Herren ausgetragen werden sollen. Aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse haben die Technischen Delegierten aber gemeinsam mit den Athletenvertretern entschieden, die Rennen abzusagen – man hätte schlichtweg nicht für die Sicherheit der Sportler garantieren können, und diese habe nun einmal oberste Priorität.
Die Bemühungen und der Einsatz der Verantwortlichen, die rund um die Uhr an der Strecke gearbeitet und ihr Möglichstes getan haben, um diese bestmöglich zu präparieren, haben leider nicht gefruchtet – vor allem die durch den Nebel in Vatra Dornei bedingte Feuchtigkeit, die in die Bahn eingesickert ist und sie stark aufgeweicht hat, machte eine ordnungsgemäße Präparation unmöglich. Es ist den Bahnarbeitern hoch anzurechnen, dass bei diesen Verhältnissen überhaupt Läufe ausgetragen werden konnten.

Medaillen Damen Vatra Dornei
Lanthaler, Pinggera, Unterberger
(© Chris Walch)

Für die Teams und Sportler heißt das, dass die neuen Weltmeister bei den Damen und Herren durch die ersten Wertungsläufe, die am Vortag stattfanden, ermittelt werden. Somit dürfen sich zwei italienische Athleten jeweils über eine Goldmedaille freuen.
Den ersten Wertungslauf der Damen konnte Greta Pinggera für sich entscheiden. Die Italienerin, die bereits beim Teambewerb am Freitag eine gute Leistung gezeigt hatte, fuhr mit einer Zeit von 01:16.70 Minuten auf den ersten Rang, ihr Vorsprung auf ihre zweitplatzierte Teamkollegin Evelin Lanthaler, die Weltmeisterin von 2015, betrug 17 Hundertstel. Auf dem dritten Platz reihte sich die Österreicherin Tina Unterberger ein, die einen Rückstand von 1,23 Sekunden auf Pinggera aufwies. Auf den Plätzen vier und fünf folgen Sara Bachmann aus Italien und Svetlana Zaravina aus Russland.

Medaillen Herren Vatra Dornei
Talikh, Gruber, Kammerlander
(© Chris Walch)

Bei den Herren war Alex Gruber der schnellste Athlet am Samstag. Er setzte sich mit einer Zeit von 01:16.47 an die Spitze und ließ seine Konkurrenten hinter sich. Juri Talikh aus Russland konnte sich auf Platz zwei einreihen, seine Zeit betrug 01:17.21 – damit war er um 74 Hundertstel langsamer als Gruber. Der Österreicher Thomas Kammerlander, der am Freitag im Teambewerb noch Bestzeit gefahren war, landete auf Rang drei, sein Rückstand auf Gruber betrug 84 Hundertstel. Patrick Pigneter (ITA), der Weltmeister von 2015, verpasste die Medaillenränge und belegte Rang vier, gefolgt von Jack Leslie (NZL) auf Platz fünf.

Statements:
Greta Pinggera: „Als ich 2014 hier die Junioren-WM gewonnen habe, waren die Bedingungen ähnlich wie dieses Mal. Ich persönlich fahre gerne bei warmen Temperaturen, weil dann mehr Gefühl auf der Bahn gefragt ist, und das liegt mir. Der Lauf im Teambewerb war noch besser als der, den ich am Samstag gezeigt habe – im Wertungslauf ist mir nämlich ein kleiner Fehler passiert, wodurch ich an die Bande gefahren bin. Ich war zwar ganz zufrieden mit dem Lauf, dachte aber erst nicht, dass es reichen würde. Bei diesen Bedingungen ist natürlich immer auch ein bisschen ein Lotteriespiel, da gilt es, die optimale Linie zu finden. Erst konnte ich gar nicht realisieren, dass ich Weltmeisterin bin, nun freue ich mich aber sehr darüber – auch wenn es mir natürlich lieber gewesen wäre, wenn wir noch einen zweiten Lauf hätten fahren können. Doch bei diesen Bedingungen war das einfach nicht möglich.“

Alex Gruber: „Es war erst mal ein Schock, als ich erfahren habe, dass die zweiten Wertungsläufe nicht ausgetragen werden und ich nun Weltmeister geworden bin – so langsam realisiere ich diese Tatsache aber, auch wenn ich es noch immer nicht ganz glauben kann. Es war wirklich schwer, sich auf der Bahn zurechtzufinden, aber ich habe eine optimale Linie gefunden, die ganz anders war als die der anderen Athleten. Dadurch habe ich auch in der Zielkurve noch viel Zeit rausgeholt, das war vielleicht der Schlüssel zum Sieg. Es ist sehr schade, dass es nicht noch einen Lauf gab, ich wollte nochmal mein Können zeigen und war zuversichtlich, auch im zweiten Lauf als Schnellster durchs Ziel zu fahren. Die Weltmeisterschaften waren heuer mein großes Ziel, deshalb bin ich überglücklich, dass ich hier erfolgreich war.“

Ergebnisse:
http://www.fil-luge.org/de/ergebnisse/fil-weltmeisterschaften-im-rennrodeln-auf-naturbahn