Innsbruck-Igls (pps) Man nehme eine glänzende Idee, suche sich die notwendigen Mitstreiter, und fertig ist ein außergewöhnliches Projekt. Für die Idee sorgte Peter Knauseder, seines Zeichens unermüdlicher Macher an der Olympiabahn in Innsbruck-Igls. Als Mitstreiter konnte die Tiroler Landesregierung gewonnen werden. Unter dem Strich steht das bisher wohl einmalige Patenschafts-Projekt, das vor und während der 39. Weltmeisterschaften des Internationalen Rennrodel-Verbandes (FIL) rund 1300 Schülerinnen und Schüler aus 28 Schulen in Tirol sowie zwei aus dem benachbarten Südtirol für das Rennrodeln begeistern soll. Das Unternehmen kann schon vor den Titelkämpfen als Erfolg gewertet werden.

Per Los waren die beteiligten Schulen im Sommer 2006 beim FIL-Kongress in Berchtesgaden an die Nationen verteilt worden. Am Rande der Trainingswoche im November erfolgte dann die erste direkte Kontaktaufnahme. Sowohl die Aktiven als auch die „Paten“ waren schon damals von der Aktion restlos begeistert. „Der Besuch unserer Partnerschule mit der Mannschaft war ein tolles Erlebnis. Es waren 250 Kinder da – wenn man nur ein paar Prozent von denen für das Rennrodeln gewinnen könnte, wäre das gut“, sagte Olympiasieger Armin Zöggeler stellvertretend für Italiens Team.

Deutschlands Patenschule reiste gleich mit 25 Kindern aus Sölden an, um dem Team die eineinhalbstündige Fahrt ins Ötztal zu ersparen. „Das war eine super Sache. Die haben uns sogar beim Training lautstark angefeuert“, erzählt Alexander Resch, 2002 mit Patric Leitner Olympiasieger im Doppelsitzer. Resch weiter: „Als wir ihnen hinterher den Schlitten und die Technik erklärt haben, waren die Kids restlos begeistert. Und wir auch, weil es so locker und herzlich zuging.“

Der Bob- und Schlittensport-Verband für Deutschland (BSD) versorgte „seine“ Patenschulen inzwischen schon mit Anstecknadeln, Wimpeln und Fahnen. Andere Teams beschritten den gleichen Weg. Die Schweiz lobte sogar eine Klassenreise ins Patenland aus, wie Jessica und Johanna aus der 3s des Reithmann-Gymnasiums in Innsbruck berichteten. „Auch die 4s und die 5s bereiten sich schon auf das Ereignis vor, denn auch sie wollen einen Besuch in der Schweiz gewinnen“, schreiben die beiden Mädchen in einem Aufsatz. „Um unser Ziel, einen Besuch in der Schweiz, zu erreichen, nutzen wir jede freie Minute, damit sich unser Traum verwirklicht.“

Als „Paten“ wurden der Klasse Stefan Höhener, derzeit auf Rang drei der Weltcup-Gesamtwertung, und Martina Kocher, zuletzt glänzende Fünfte in Oberhof, zugelost. „Wir werden die Schweizer bei der Rodel-WM kräftig anfeuern. Unsere Klasse arbeitet bereits an zahlreichen Fahnen und Plakaten, auf denen viele Besonderheiten der Schweiz zu sehen sind“, heißt es bei Jessica und Johanna.

Auch in den anderen Schulen standen im WM-Vorfeld Projektwochen über das Patenland auf dem Stundenplan. Der deutsche Botschafter Dr. Gerd Westdickenberg besuchte die Übungshauptschule der Pädagogischen Akademie in Innsbruck, die ebenso wie die Hauptschule Sölden Deutschland zugelost wurde, und informierte sich über die Vorbereitungen der 1. Klasse, die als Fangruppe Deutschlands bei der WM auftreten wird. Auch die Botschafter aus Rumänien und Kroatien statteten den Patenschulen schon vor der WM einen Besuch ab.

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