Erster Saisonsieg für Beer/Kögl (AUT)- Steinacher (ITA) wieder nicht zu schlagenUngläubig blickte Reinhard Beer auf die Anzeigetafel im Zielraum, Sekunden später erst jubelte Herbert Kögl über den ersten Saisonsieg des österreichischen Doppels. "Ich hätte nicht gedacht, dass sich das noch ausgeht. Wir hatten einen Fehler im oberen Teil, haben die Bande touchiert und waren im Ziel gerade noch 16 Hundertstel vorne", kommentiert Reinhard Beer das spannende Finale im vierten Saisonrennen. "Im ersten Durchgang haben wir allerdings einen perfekten Lauf erwischt", fügt Herbert Kögl an. "Nach dem Bahnrekord im ersten Lauf wollten wir dann einen taktischen zweiten fahren, aber mit dem Fehler oben wäre das beinahe daneben gegangen." Das Tiroler-Oberösterreichische Duo feierte den ersten Sieg nach der schweren Ellbogenverletzung von Reinhard Beer, die er bei der WM in Stein an der Enns im Vorjahr erlitten hatte. "Wir fühlen uns jetzt wieder richtig wohl am Schlitten, das Material ist optimal auf uns abgestimmt und wir werden von Fahrt zu Fahrt besser." So kündigt Herbert Kögl ein Spannung versprechendes Weltcupfinale in Hüttau (19./20.1.) und Zelesniki (26/27.1.) an. Denn auch Harald Kleinhofer und Gerhard Mühlbacher (AUT) werden immer stärker. "An den Gesamtweltcup zu denken, ist sicher noch zu früh, aber immerhin sind wir das einzige Doppel, das in jedem Rennen auf dem Stockerl war", gibt sich Kleinhofer zuversichtlich. Die Stärke dieser Saison ist ein Ergebnis der Probleme im letzten Winter. "Im Jänner voriges Jahr waren wir nicht mehr für den Weltcup qualifiziert. Diese Zeit nützten wir, um am Material zu arbeiten. Davon profitieren wir jetzt. Es sind Kleinigkeiten, die dann gleich ein paar Zehntel ausmachen," erklärt Mühlbacher.Von den Fehlern anderer profitierte die Seriensiegerin Sonja Steinacher (ITA). "Mir ist der zweite Lauf nicht optimal gelungen, aber Gott sei Dank hat es dennoch gereicht." Es reichte, weil keine andere Läuferin einen fehlerfreien Lauf ins Ziel brachte. Sandra Mariner (AUT) etwa vergab den Sieg in der Zielkurve: "Ich bin selbst schuld, ich war super unterwegs und hatte dann in der Zielkurve einen schweren Fehler." Renate Gietl (ITA) vergab die Siegchancen bereits im ersten Lauf und Ekaterina Lavrentjeva (RUS) konnte in Umhausen überhaupt nicht in Szene treten. Sonja Steinacher hat alle vier Saisonrennen bisher gewonnen. Lediglich zwei Sportlerinnen können längere Siegesserien aufweisen: Irene Zechner (AUT) gelang es in der Saison 1995/96 fünf Rennen in Serie zu gewinnen. Elvira Holzknecht gewann im Winter 1994/95 alle vier Saisonrennen und auch das erste im darauffolgenden Winter.Zufrieden zeigte sich aber Elvira Holzknecht auch heue. Nicht mit dem fünften Rang, aber mit ihrem Formverlauf: "Ich merke, dass es bergauf geht. Bis zur Europameisterschaft Anfang Februar sollte ich wieder vorne dabei sein." Holzknecht wechselte Material - von Bachmann zu Torggler - und hatte kaum noch Gelegenheit Testfahrten zu absolvieren. "Ich habe die neue Rodel am Dienstag bekommen und bin hier überhaupt noch nicht gefahren damit. Aber ich habe ein gutes Gefühl. Im Sprunggelenk habe ich auch keine Schmerzen mehr, obwohl die eingeschränkte Beweglichkeit wahrscheinlich bleiben wird."Erster Weltcup-Sieg für Robert Batkowski (AUT)Nicht nur als guter Prophet sondern auch als guter Verlierer erwies sich Gerhard Pilz (AUT), der Robert Batkowski bereits vor dem Rennen als Favoriten gehandelt hatte. Pilz selbst musste sich wegen einer kaputten Schiene im ersten Lauf (und Tagesbestzeit im zweiten Lauf) mit dem sechsten Gesamtrang zufrieden geben: "Voriges Jahr habe ich um einige Hunderstel vor Batkowski gewonnen, heute war ich eben nicht vom Glück begünstigt." Nicht durch Glück, sondern durch zwei konstant gute Läufe besiegelte der Tiroler Robert Batkowski seinen ersten Weltcup-Sieg. "Es waren keine optimalen Läufe, aber gute. Jetzt kann ich ohne Druck fahren und mich auf das Weltcup-Finale konzentrieren," kommentiert Batkowski seine heutige Leistung. Dass er als Favorit einer größeren nervlichen Belastung ausgesetzt war, stört den Schönberger nicht: "Lieber bin ich vorne dabei und habe ein bisschen Druck als ich fahre hinterher ohne Stress."Für den Halbzeitführenden Ferdinand Hirzegger reichte der zweite Gesamtrang, um die Weltcupführung von Gerhard Pilz zu übernehmen. Zu den Unglücklichen des heutigen Rennens zählte auch der Ex-Weltmeister Gerald Kallan (AUT), der gleich nach dem Start im ersten Lauf durch einen Stein einen Schaden an einer Schiene erlitt. "Das Rennen war nach ein paar Metern schon gelaufen," meint der Salzburger resigniert und denkt lieber schon an sein Heimrennen in Hüttau. In Hüttau und Zelesniki, wenn der Weltcup an den nächsten beiden Wochenenden in sein Finale geht, wird bereits die Spekulation mit den Streichresultaten beginnen. Denn von sechs Weltcup-Bewerben zählen nur die fünf besten für den Gesamt-Weltcup.Heuer an der Weltcup-Entscheidung (noch) unbeteiligt gab die deutsche Mannschaft ein kräftiges Lebenszeichen. Zwar ist der stärkste Deutsche, Marcus Grausam derzeit durch eine Bänderverletzung im Sprunggelenk (zugezogen im Training über Weihnachten) stark gehandikapt und wird Hüttau auslassen, aber seine jungen Kollegen Georg Maurer und Björn Kierspel ließen aufhorchen. "Wir haben eine starke Nachwuchsmannschaft, die bisher für Weltcup-Einsätze noch zu jung war. Heuer sind einige zum ersten Mal dabei und bewären sich gut", erzählt Grausam.Wenn der Weltcup-Tross Umhausen im Ötztal heute verlässt und in Richtung Hüttau weiterzieht, wird es kein Abschied auf lange Zeit sein. Umhausen wird sich unter der bewährten Führung von Willi Kammerlander für die Weltmeisterschaften 2007 bewerben. "Bis 2003 muss der Antrag gestellt sein, 2004 wird die Meisterschaft vergeben. Nach 2003 in Slowenien und 2005 in Italien, sollte 2007 Österreich wieder eine Chance haben," zeigt sich Kammerlander optimistisch. Mit der WM im Hintergrund wird auch der RED BULL-Weltcup in Umhausen immer wieder Station machen.

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