Umhausen - Am 22. Januar 2005 in Latzfons (ITA) hatte Ekatharina Lavrentjeva (RUS) ihre unglaubliche und in der Naturbahn-Rodelgeschichte bislang unerreichte Siegesserie begonnen, am 3. Februar 2007 oder zwölf Weltcup-Rennen später endete sie. Dass Renate Kasslatter nach ihrer einjährigen Babypause nichts von ihrer Form eingebüßt hatte, zeigte sich bereits in den ersten drei Saisonrennen. Dass ausgerechnet sie es sein sollte, die Ekatharina Lavrentjeva vom Thron stoßen sollte, gleicht einem Märchen: „Ich fasse es immer noch nicht“. Minuten nach ihrem Triumph fand sie immer noch kaum Worte. „Ich dachte vor dem zweiten Lauf, wenn nicht hier, wann schlagen wir sie dann, mit dieser Bahn ist sie bei der EM schon nicht optimal zurecht gekommen. Ich hatte drei Zehntel Vorsprung aus dem ersten Lauf, ich hörte während meiner Fahrt den Sprecher und er klang nicht so euphorisch wie sonst also habe ich noch ein bisschen speed zugelegt. Die letzte Gerade schien dann kein Ende nehmen zu wollen. Richtig an den Sieg geglaubt habe ich erst, als ich im Ziel den Einser aufleuchten sah“, schildert die gefeierte Heldin des Tages. Die große Geschlagene gab sich gelassen: „Ein zweiter Platz ist nicht schlecht, ich hatte im ersten Lauf zu viele Fehler. Der zweite war besser, aber nicht gut genug.“
Im Schatten des Triumphes von Kasslatter blieb eine andere beachtliche Leistung im italienischen Lager beinahe unbemerkt: die schnellste Zeit im zweiten Durchgang erzielten weder Kasslatter noch Lavrentjeva, sondern Renate Gietl, die sich damit vom siebten Platz im ersten Lauf auf den dritten Platz nach vorne katapultierte. Oft war sie die einzige gewesen, die mit den Zeiten der Russin mithalten konnte, für einen Sieg hatte es in den letzten beiden Wintern dennoch nicht gereicht. „Für mich ist der dritte Platz heute wie ein Sieg, Hauptsache es hat einmal jemand diese Serie gebrochen und dadurch, dass es meine Teamkollegin ist, geht das voll in Ordnung“, lacht die Südtirolerin, die während Lavrentjevas Siegesserie nicht weniger als sieben mal selbst am Podest stand.

Nicht weniger als elf Fahrer lagen nach dem ersten Lauf im Herren Einsitzer-Bewerb innerhalb einer Sekunde, so ist es nicht verwunderlich, dass das Rennen mit zwei Siegern endete. Die Sensation lieferte der 16-jährige (wird am 13. Februar 17) Spengler-Lehrling Thomas Kammerlander (AUT). In seinem erst vierten Weltcup-Start lag er nach dem ersten Lauf zeitgleich mit Gerhard Pilz (AUT) an zweiter Stelle und ging unbekümmert in den zweiten Durchgang: „Ich war vor dem ersten Lauf viel nervöser, vor dem zweiten dachte ich: es kann nicht viel daneben gehen.“ Er übernahm die Führung und weder Gerhard Pilz noch Patrick Pigneter (ITA) konnten ihn von der Spitze verdrängen. Immerhin reichte Pigneters Vorsprung aus dem ersten Lauf um mit defektem Schlitten und der drittbesten Laufzeit sich einen ex-aequo Sieg zu sichern. „Ich muss bis zum Saisonfinale noch an meiner Rodel arbeiten, es ist etwas kaputt und ich habe gemerkt, dass das Fahren nicht so spielerisch ging wie sonst“, sagte Pigneter. Sein derzeit schärfster Rivale im Weltcup ist Teamkollege Martin Psenner, der nach seinem dritten Platz im Doppelsitzerbewerb am Vormittag neuerlich als Dritter am Podest stand: „Schön langsam darf der Tag zu Ende gehen“, meinte er nach getaner Arbeit.
Der Weltcup wird mit einer Doppelveranstaltung (5. und 6. Weltcup) vom 8. bis 10. Februar in Moos/Passeier (ITA) forgesetzt.

Ergebnisse:

Damen Einsitzer (18):
1. Renate KASSLATTER (ITA), 1:17,53(1), 1:17,87(3), 2:35,40
2. Ekatharina LAVRENTJEVA (RUS), 1:17,89(2), 1:17,83(2), 2:35,72
3. Renate GIETL (ITA), 1:19,12(7), 1:17,82(1), 2:36,94
4. Julia VETLOVA (RUS), 1:18,37(3), 1:18,99(6), 2:37,36
5. Barbara ABART (ITA), 1:19,00(6), 1:18,62(4), 2:37,62
6. Melanie BATKOWSKI (AUT), 1:18,87(4), 1:18,95(5), 2:37,82
7. Kinga GAWLAS (POL), 1:18,96(5), 1:19,05(8), 2:38,01
8. Marlies WAGNER (AUT), 1:19,20(8), 1:19,22(9), 2:38,42
9. Michaela MAURER (GER), 1:19,58(9), 1:19,04(7), 2:38,62
10. Oxana ELESINA (RUS), 1:19,67(10), 1:19,27(10), 2:38,94

Herren Einsitzer (38):
1. Thomas KAMMERLANDER (AUT), 1:16,96(2), 1:16,76(1), 2:33,72
1. Patrick PIGNETER (ITA), 1:16,72(1), 1:17,00(3), 2:33,72
3. Martin PSENNER (ITA), 1:17,19(6), 1:16,96(2), 2:34,15
4. Anton BLASBICHLER (ITA), 1:17,14(4), 1:17,04(4), 2:34,18
5. Gerhard PILZ (AUT), 1:16,96(2), 1:17,46(9), 2:34,42
6. Florian BREITENBERGER (ITA), 1:17,18(5), 1:17,32(5), 2:34,50
7. Gernot SCHWAB (AUT), 1:17,25(7), 1:17,37(8), 2:34,62
8. Gerald KAMMERLANDER (AUT), 1:17,48(10), 1:17,32(5), 2:34,80
9. Florian BATKOWSKI (AUT), 2:34,87
10. Hannes CLARA (ITA), 2:35,24
11. Robert BATKOWSKI (AUT), 2:35,85
12. Marcus GRAUSAM (GER), 2:36,17
20. Julien SCHULTZ (USA), 2:39,14

Weltcupstand (4/6):

Damen Einsitzer:

1. Ekatharina LAVRENTJEVA (RUS) 385
4. Renate KASSLATTER (ITA) 287
3. Renate GIETL (ITA) 280
2. Melanie BATKOWSKI (AUT) 265
5. Julia VETLOVA (RUS) 226
6. Barbara ABART (ITA) 220
7. Marlies WAGNER (AUT) 185
8. Michaela MAURER (GER) 161
9. Kinga GAWLAS (POL) 157
10. Katrin MLADEK (AUT) 124
10. Tina UNTERBERGER (AUT) 124

Herren Einsitzer:
1. Martin PSENNER (ITA) 325
2. Patrick PIGNETER (ITA) 307
3. Gerhard PILZ (AUT) 256
4. Gernot SCHWAB (AUT) 241
5. Thomas KAMMERLANDER (AUT) 214
6. Florian BREITENBERGER (ITA) 189
7. Gerald KAMMERLANDER (AUT) 180
8. Robert BATKOWSKI (AUT) 167
9. Mathias RAINER (ITA) 156
10. Anton BLASBICHLER (ITA) 152
11. Marcus GRAUSAM (GER) 120
12. Georg MAURER (GER) 113
23. Julien SCHULTZ (USA) 70
40. Kaj JOHNSON (CAN) 16
43. John GIBSON (CAN) 14
44. Corey PUSEY (CAN) 11

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