Abschiedsinterview: Vizepräsident Sorin Buta zieht Bilanz

Nach vier Jahren im Amt stellt sich der Rumäne nicht mehr der Wahl

Beim 70. FIL Kongress 2022 in Hall in Tirol (AUT) wurde Sorin Buta zum FIL Vizepräsidenten Alpin Rodeln (damals noch Naturbahnrodeln) gewählt. Nach vier Jahren im Amt tritt der Rumäne nicht mehr an.

Sorin Buta

Sorin Buta war als Vizepräsident Alpin Rodeln bei zahlreichen Weltcups vor Ort

Berchtesgaden (FIL/15.05.2026) Sorin Buta war von 2020 bis 2022 Exekutivmitglied des Internationalen Rodelverbandes FIL, 2022 trat er die Nachfolge von Peter Knauseder (AUT) an, der von 2014 bis 2022 Vizepräsident Naturbahn war. Buta, von 2010 bis 2023 Präsident des Rumänischen Bob- und Schlittenverbandes, stellt sich beim 74. FIL Kongress in Berchtesgaden (GER) am 8. und 9. Juni nicht mehr der Wahl.

FIL: Was war für Sie persönlich in den letzten vier Jahren ein ganz besonderer Moment, ein Ereignis, das Sie nie vergessen werden?
Sorin Buta: „Alle Wettbewerbe waren sehr gut organisiert, und ich habe das Engagement der Vereine, Sponsoren und freiwilligen Helfer sehr geschätzt. Besonders beeindruckt hat mich die Weltmeisterschaft in Deutschnofen/Nova Ponente (ITA) 2023. Diese hätte eigentlich in Vatra Dornei in Rumänien stattfinden sollen, doch aufgrund der Wetterbedingungen – es gab keinen Schnee und die Strecke konnte nicht gefroren werden – verlegten wir sie nach Deutschnofen. Nur zwei Wochen nach dem Weltcup am selben Ort war die Mobilisierung für die Organisation der Weltmeisterschaft enorm: Vereine, Sponsoren, lokale Behörden und viele Freiwillige arbeiteten zusammen, und es wurde eine großartige Veranstaltung.“

FIL: Wir sind jetzt mittendrin im Übergang von Naturbahnrodeln zu Alpin Rodeln. Wie sehen Sie diese Entwicklung?
Sorin Buta: „Ja, ich bin überzeugt, dass dies die Zukunft ist. Das neue Konzept im Alpin Rodeln eröffnet allen Verbänden die Möglichkeit, Wettbewerbe und Veranstaltungen zu organisieren. In allen Ländern gibt es Skigebiete, in denen solche Wettkämpfe mit geringen Kosten durchgeführt werden können. Dieses neue Konzept bedeutet nicht öffentliches Rodeln für jedermann, sondern ein Rennformat mit Weltcups und Weltmeisterschaften. Der Unterschied besteht darin, dass diese Wettkämpfe auf Schnee und nicht auf Eis ausgetragen werden können. Dadurch erhalten alle Nationen die Möglichkeit, Athleten auszubilden und Veranstaltungen zu organisieren. Am Ende bedeutet das mehr Popularität, mehr Sichtbarkeit und mehr Sponsoren.“

FIL: Beim Kongress in Berchtesgaden endet Ihre Amtszeit, wie fällt Ihre Bilanz nach vier Jahren als Vizepräsident der FIL aus?
Sorin Buta: „Ich bin nicht derjenige, der diese Bewertung vornehmen sollte. Die Kollegen, mit denen ich gearbeitet habe, die Mitglieder des Exekutivbüros und die nationalen Verbände können eine Einschätzung abgeben. Meiner Meinung nach ist das, was in den letzten zwei Jahren durch dieses neue Konzept des alpinen Rodelsports erreicht wurde, eine besondere Leistung, die den Weg für die Zukunft ebnet und die viele Menschen nicht für möglich gehalten hätten. Ich habe sehr schöne Erinnerungen und werde diese immer behalten.“

FIL: Sie haben sich gegen eine neuerliche Kandidatur entschieden, warum?

Sorin Buta: „Aus persönlichen Gründen kandidiere ich nicht mehr. Ich bin 65 Jahre alt und soeben in Rente gegangen. Ich habe 40 Jahre lang jeden Tag gearbeitet, und nun möchte ich diesen Lebensabschnitt in Frieden und Freude verbringen. Ich habe ein kleines Beratungsunternehmen im Bauwesen, und ich werde mich weiterhin damit beschäftigen, solange es etwas zu tun gibt.“

FIL: Der einzige Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten Alpin Rodeln ist Simon Paregger (AUT). Was können wir uns für die nächsten vier Jahre erwarten?

Sorin Buta: „Simon Paregger ist ein junger Mann mit Erfahrung, mit dem ich bei allen Rennen zusammengearbeitet habe. Er kennt sowohl das klassische Naturbahnrodeln als auch das neue Konzept. Seine Aufgabe in den kommenden Jahren wird nicht einfach sein. Nicht deshalb, weil er Mentalitäten verändern oder die Nationen davon überzeugen müsste, dass dies die Zukunft des Rodelsports ist – das haben wir gemeinsam mit meinen Kollegen bereits geschafft. Seine Herausforderung wird vielmehr darin bestehen, Budgets zu sichern, die die Entwicklung des neuen Konzepts und den Übergang vom Naturbahnrodeln zum Alpin Rodeln fördern. Ich hoffe, dass er weiterhin so gut mit dem Team zusammenarbeitet, das ich aufgebaut habe, denn es sind hochprofessionelle Menschen.“

FIL: Letzte Frage, wie schaut Ihre persönliche Zukunft aus?
Sorin Buta: „Wie ich bereits gesagt habe, bin ich mit 65 Jahren im Ruhestand. Ich werde mich weiterhin um mein kleines Beratungsunternehmen im Bauwesen kümmern, damit die 40 Jahre Arbeit nicht plötzlich enden. Vor allem aber möchte ich die kommenden Jahre – so Gott will – in Frieden und Freude mit all meinen Liebsten verbringen.“

FIL: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.
Sorin Buta: „Ich danke. Ich möchte mich bei allen Kollegen bedanken, mit denen ich zusammengearbeitet habe, und ganz besonders bei Andreas Castiglioni, dem Direktor für Sport und Technik, für seine Professionalität und seine Freundschaft.“