Finale im Schnelldurchlauf - Pigneter (ITA), Lavrentjeva (RUS) und Pigneter/Clara (ITA) Sieger im Gesamtweltcup Garmisch-Partenkirchen (ck) - Einen Lauf in jeder Kategorie und das auf verkürzter Strecke war alles, was die Wettersituation in Garmisch-Partenkirchen beim aqotec Weltcup-Finale zuließ. Die extrem schwierigen Bedingungen auf der durch Wärme und Regen beschädigten Strecke verlangten den Athleten alles ab, am Ende setzten sich jedoch die Favoriten durch. Patrick Pigneter (ITA) gelang es als einzigem dem sensationell in Führung gelegenen Deutschen Marcus Grausam noch abzufangen und damit dessen zweiten Weltcupsieg knapp zu verhindern. Pigneter feierte seinen 18. Weltcup-Sieg und egalisierte damit die Marke von Gerhard Pilz in der ewigen Bestenliste. Der Star des Tages war jedoch Marcus Grausam, der mit seinem zweiten Platz das zweitbeste Ergebnis seiner Karriere erzielte: „In Garmisch-Partenkirchen fahr ich immer gute Zeiten, da hatten wir schon die nationalen Meisterschaften. Jetzt konnte ich das endlich auch auf den Weltcup umlegen. Die niedrige Startnummer war natürlich ein Vorteil, da die Bahn mit der Zeit immer schlechter wurde“, so Grausam, der seinen ersten Sieg in Triesenberg (LIE) im Winter 2003/04 feierte: „Ich kann nicht sagen warum es solange gedauert hat bis ich wieder aufs Podium zurückgekehrt bin. Jedenfalls weiß ich jetzt, dass es immer noch möglich ist und da merkt man auch wofür man im Sommer so hart arbeitet.“ Auch Pigneter zollte dem Überraschungs-Zweiten Respekt: „Ich freu mich super für Marcus und den deutschen Rodelsport. Es ist gut wenn auch andere Nationen um den Sieg mitkämpfen können. Ich habe heute einen super Lauf hinbekommen, merkte schon auf der Strecke, dass ich schnell bin. Die Leute in Garmisch haben super an der Piste gearbeitet. Ich wusste, dass die Strecke nicht nachlassen wird und habe voll attackiert.“ Den dritten Platz belegte der shooting Star aus Italien, Alex Gruber, der im Laufe der Saison bereits mehrfach durch gute Leistungen aufhorchen ließ. „Ich hab letztes Jahr im Europacup viel dazugelernt, das hat mir auch heute geholfen. Ich sehe mir auch einiges von den erfahrenen Leuten in unserem Team ab, die helfen mir auch sehr weiter. Mein Ziel ist es konstant gute Leistungen zu bringen. Irgendwann möchte ich schon Weltmeister werden, aber nächstes Jahr ist es sicher noch zu früh“, sagte Gruber. In der Gesamtwertung des aqotec Weltcups, wo es nur noch um die Plätze hinter Pigneter ging, sicherte Thomas Schopf (AUT) seinen zweiten Platz ab, im Kampf um Platz drei hatte Gernot Schwab letztendlich die Nase vorne. Mit genau einem Zähler Vorsprung verwies er Anton Blasbichler (ITA) auf den vierten Rang und das obwohl Blasbichler das heutige Rennen zwei Plätze vor Schwab beendete. Im Damenbewerb hätte Renate Gietl (ITA) noch Chancen gehabt, den Gesamtweltcup für sich zu entscheiden, dafür hätte sie jedoch ihre Rivalin Ekatharina Lavrentjeva (RUS) klar besiegen müssen. Die Russin blieb aber sowohl im Rennen als auch in der Gesamtwertung vor Gietl und sicherte sich die Kristallkugel zum fünften Mal hintereinander, zum siebenten Mal in ihrer Karriere. „Ich wusste vorher nicht, dass Renate einen Superlauf hatte. Bin gestartet und hab mich nur auf meine Fahrt konzentriert. Im Mittelabschnitt hatte ich einen kleinen Fehler, aber gesamt war es eine gute Fahrt. Der Zweikampf mit Renate war über die gesamte Saison sehr interessant aber auch stressig“, sagte Lavrentjeva und blickt auch bereits in die Zukunft: „Nächstes Jahr ist die Weltmeisterschaft sehr interessant für mich, das ist mein großes Ziel und darauf werde ich auch hinarbeiten.“ Renate Gietl zieht wie folgt Resümee: „Enttäuscht über den zweiten Platz bin ich eigentlich nicht. Sicher bin ich etwas traurig, weil es doch sehr knapp war. Die Rennen zwischen uns waren über die gesamte Saison immer Hundertstel-Krimis. Diesmal war ich eben hinten. Die Chancen auf den Gesamtsieg waren aber nur noch sehr gering, da noch jemand zwischen uns beide hineinfahren hätte müssen. Ich hab alles gegeben, der zweite Platz ist herausgekommen und das ist sicher nicht schlecht. Den Weltcup hab ich wohl schon in Russland vergeben. Das ist eine Bahn wo ich absolut nicht zurecht komme, da bin ich zweimal nur Dritte geworden.“ Die Marschroute für die nächste Saison steht für die Südtirolerin schon fest: „Da ich Titelverteidigerin bin, ist die Weltmeisterschaft nicht mein erstes Ziel. Ich war schon oft Zweite im Gesamtweltcup und nächstes Jahr soll es noch einen Platz weiter rauf gehen.“ Nach zwei Rennen ohne Podestplatz kämpfte sich Melanie Batkowski (AUT) zurück auf ihren gewohnten Platz: „Ich war schon ziemlich sicher auf dem dritten Rang im Gesamtweltcup, die ersten beiden waren eigentlich außer Reichweite. Ich bin ganz zufrieden mit meinem Lauf, hatte zwar einen kleinen Fehler aber im Großen und Ganzen hat es gepasst. Bei der Zwischenzeit war ich noch vorne, aber unten hab ich dann zu viel gebremst. In den letzten Kurven konnte ich den Schwung nicht mehr so mitnehmen wie gewünscht. Es war aber ein gelungener Saisonabschluss, bin sehr zufrieden mit dem dritten Platz.“ Ihren ersten und längst fälligen Weltcup-Sieg feierten die Brüder Christian und Andreas Schopf (AUT), denen die perfekte Abstimmung zwischen Fahrtechnik und Material gelang: „Wir haben gewusst, dass wir bei diesen Bedingungen schnell sein können, haben daher vom Material her gar nicht viel herumprobiert. Die Strecke hier ist steil mit engen Kurven und das liegt uns auch. So haben wir hier den perfekten Saisonabschluss, obwohl es keine perfekte Fahrt war“, sagte Christian, der jüngere der beiden, der sich nun endlich auch in die ewigen Siegeslisten eintragen konnte. Sein Bruder Andreas feierte mit Cousin Wolfgang Schopf bereits drei Weltcupsiege. „Als wir im Ziel die Zeit gesehen haben dachten wir nicht, dass das für Pigneter reichen würde. Dass es dann anders gekommen ist, war natürlich ein Wahnsinn. Die Russen waren natürlich auch noch gefährlich, aber nachdem Pigneter hinter uns gelandet war, haben wir stark mit dem Sieg spekuliert. Wir fahren schon vier Jahre miteinander und jetzt der erste gemeinsame Weltcupsieg. Ein perfekter Abschluss und wir freuen uns riesig darüber.“ Am ungewohnten zweiten Platz landeten Patrick Pigneter/Florian Clara (ITA), die aber den Gesamtweltcup damit souverän für sich entscheiden konnten. Patrick Pigneter resümierte: „Der Doppelbewerb war ganz schwierig weil wir noch um den Gesamtweltcup kämpfen mussten. Wir wussten, dass wir unter die ersten Fünf kommen müssen, also mussten wir schon angreifen, aber doch auch etwas dosieren. Das ist uns gut gelungen. Für den ersten Platz hat es zwar nicht gereicht, aber das passt schon. Für mich war es mental sehr schwer nach dem Einzelwettkampf noch einmal Konzentration aufzubauen. Jetzt bin ich schon sehr müde und einmal froh, dass die Saison vorbei ist. Am Abend wird aber mal anständig gefeiert.“ Erstmals am Podest in der heurigen Saison landeten Christian Schatz/Gerhard Mühlbacher (AUT), denen das Saisonende beinahe zu früh kommt: „Wir haben seit heuer einen neuen Schlitten und haben eigentlich bis jetzt Material getestet. Jetzt, wo alles passen würde, ist die Saison zu Ende, aber es ist auf jeden Fall ein gutes Ende.“ Endergebnis Damen (15): 1. Ekatharina LAVRENTJEVA (RUS), 0:49,01 2. Renate GIETL (ITA), 0:49,07 3. Melanie BATKOWSKI (AUT), 0:49,47 4. Evelin LANTHALER (ITA), 0:49,51 5. Alexandra OBRIST (ITA), 0:49,83 6. Melanie SCHWARZ (ITA), 0:50,22 7. Marlies WAGNER (AUT), 0.50,62 8. Michaela MAURER (GER), 0:50,73 9. Katrin MLADEK (AUT), 0:50,73 10. Ludmila ASTRAMOVISH (RUS), 0:51,33 11. Veronika NACHMANN (GER), 0:51,71 12. Nina BUCINEL (SLO), 0:52,07 Endergebnis Herren (30): 1. Patrick PIGNETER (ITA), 0:47,78 2. Marcus GRAUSAM (GER), 0:48,31 3. Alex GRUBER (ITA), 0:48,56 4. Anton BLASBICHLER (ITA), 0:48,63 5. Stefan GRUBER (ITA), 0:48,82 6. Gernot SCHWAB (AUT), 0:48,87 7. Florian BREITENBERGER (ITA), 0:48,90 8. Robert BATKOWSKI (AUT), 0:48,91 9. Michael SCHEIKL (AUT), 0:48,95 10. Georg MAURER (GER), 0:49,05 10. Thomas KAMMERLANDER (AUT), 0:49,05 12. Björn KIERSPEL (GER), 0:49,25 Endergebnis Doppelsitzer (11): 1. Christian SCHOPF/Thomas SCHOPF (AUT), 0:52,07 2. Patrick PIGNETER/Florian CLARA (ITA), 0:52,18 3. Christian SCHATZ/Gerhard MÜHLBACHER (AUT), 0:52,38 4. Pavel PORSHNEV/Ivan LAZAREV (RUS), 0:52,72 5. Andrzej LASZCZAK/Damian WANICZEK (POL), 0:53,07 6. Bjoern KIERSPEL/Christian WICHAN (GER), 0:53,10 7. Florian BREITENBERGER/David MAIR (ITA), 0:53,74 8. Thomas SCHOPF/Andreas SCHOEPF (AUT), 0:53,78 aqotec Weltcupstand Endklassements nach Abzug des Streichresultats: Damen: 1. Ekatharina LAVRENTJEVA (RUS) 470 2. Renate GIETL (ITA) 440 3. Melanie BATKOWSKI (AUT) 385 4. Evelin LANTHALER (ITA) 315 5. Marlies WAGNER (AUT) 271 6. Melanie SCHWARZ (ITA) 205 7. Alexandra OBRIST (ITA) 202 8. Ludmila ASTRAMOVISH (RUS) 184 9. Veronika NACHMANN (GER) 180 10. Tina UNTERBERGER (AUT) 175 11.Olga SIDOROVA (RUS) 170 12. Michaela MAURER (GER) 169 Herren: 1. Patrick PIGNETER (ITA) 470 2. Thomas SCHOPF (AUT) 321 3. Gernot SCHWAB (AUT) 296 4. Anton BLASBICHLER (ITA) 295 5. Thomas KAMMERLANDER (AUT) 291 6. Rudi RESCH (ITA) 288 7. Stefan GRUBER (ITA) 239 8. Hannes CLARA (ITA) 224 9. Alex GRUBER (ITA) 217 10. Robert BATKOWSKI (AUT) 207 11. Michael SCHEIKL (AUT) 183 12. Gerald KAMMERLANDER (AUT) 168 13. Ziga PAGON (SLO) 156 14. Georg MAURER (GER) 135 14. Marcus GRAUSAM (GER) 135 Doppelsitzer: 1. Patrick PIGNETER/Florian CLARA (ITA) 485 2. Pavel PORSHNEV/Ivan LAZAREV (RUS) 415 3. Christian SCHOPF/Andreas SCHOPF (AUT) 375 4. Andrzej LASZCZAK/Damian WANICZEK (POL) 305 5. Christian SCHATZ/Gerhard MÜHLBACHER (AUT) 290 6. Aleksandr EGEROV/Petr POPOV (RUS) 286 7. Björn KIERSPEL/Christian WICHAN (GER) 212 8. Thomas KAMMERLANDER/Christoph REGENSBURGER (AUT) 197 Chris Karl FIL Media Service

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