Armin Zöggeler – Die Legende des Rennrodelns

Cortina (FIL/25.10.2025) Wenn im Rennrodeln von den Größten aller Zeiten gesprochen wird, fällt ein Name unweigerlich zuerst: Armin Zöggeler. Der Südtiroler aus Italien ist nicht nur der erfolgreichste Olympia-Rodler aller Zeiten, sondern auch eine Ikone des Wintersports. Mit einer einzigartigen Mischung aus Präzision, mentaler Stärke und taktischem Gespür hat er den Eiskanal über zwei Jahrzehnte hinweg dominiert.
Sein sportlicher Lebenslauf liest sich wie ein Kapitel aus einem Rekordbuch: Sechs olympische Medaillen in sechs aufeinanderfolgenden Winterspielen – von Lillehammer 1994 bis Sotschi 2014. Darunter zweimal Gold (Salt Lake City 2002 und Turin 2006), einmal Silber (Nagano 1998) und dreimal Bronze (1994, 2010, 2014).

Kein anderer Athlet, weder im Sommer- noch im Wintersport, hat es je geschafft, in derselben Disziplin bei sechs aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen eine Einzelmedaille zu gewinnen. Der Deutsche Ausnahmerodler Georg Hackl war kurz davor. Hackl hat sogar drei Olympische Goldmedaillen im Einzel (1992, 1994 und 1998) und damit eine goldene mehr. Mit Olympia-Silber von 1988 und 2002 hat Hackl nur eine Medaille weniger als Zöggeler gewonnen.
Auch im Gesamtweltcup setzte Zöggeler Maßstäbe: Wie sein österreichischer Rivale Markus Prock gewann er zehnmal die wichtigste Trophäe im Rennrodeln. Seine Triumphe feierte er in den Saisons 1997/98, 1999/00, 2000/01, 2003/04 sowie von 2005/06 bis 2010/11 – eine Ära der Dominanz, die ihn zum Maßstab für kommende Generationen machte. Mit 57 Weltcupsiegen führt Armin Zöggeler noch heute die Bestenliste an. Der deutsche, noch aktive Rodler Felix Loch folgt mit 52 Weltcupsiegen auf dem zweiten Rang.

Zöggeler trägt den Spitznamen „Der Kannibale“ – ein Verweis auf seinen unstillbaren Hunger nach Siegen. Dieser Ehrgeiz bescherte ihm nicht nur olympische Erfolge, sondern auch unzählige Weltcup- und Weltmeistertitel. Er gilt als der Inbegriff von Konstanz: In einer Sportart, in der winzige Fahrfehler über Sieg oder Niederlage entscheiden, lieferte er über Jahrzehnte hinweg nahezu fehlerfreie Läufe.
Mit seinen Erfolgen hat Zöggeler auch die olympische Medaillenbilanz Italiens im Rennrodeln geprägt. Italien liegt mit insgesamt 18 Medaillen (7 Gold-, 4 Silber- und 7 Bronzemedaillen) auf Rang zwei der ewigen Nationenwertung hinter Deutschland, das mit 87 Medaillen den Spitzenplatz innehat.
Heute ist Armin Zöggeler weit mehr als ein ehemaliger Spitzenathlet: Er ist ein Vorbild für Generationen von Rodlern, ein Botschafter des Sports und ein Beweis dafür, dass Disziplin, Leidenschaft und Ausdauer zu Legendenstatus führen können.