Park City (RWH) Die größte Ehrerbietung kam von Olympiasiegerin Natalie Geisenberger höchstpersönlich. Nach dem historischen Dreifach-Erfolg der US-Rennrodlerinnen kniete die zweimalige Olympiasiegerin und Dominatorin der vergangenen Jahre vor ihren Kontrahentinnen nieder und präsentierte mit ausgebreiteten Händen das Sieger-Trio Erin Hamlin, Emily Sweeney und Summer Britcher. Dabei zeigte Natalie Geisenberger ihr schönstes Lächeln: Ehrfurchtsvoller kann man sich kaum vor seinen Bezwingerinnen verneigen.

„Die US-Mädels nutzten ihren Heimvorteil und haben sich nervenstark gezeigt. Von daher sei ihnen der Dreifach-Erfolg vergönnt“, sagte Natalie Geisenberger hinterher anerkennend. Immerhin war es ja auch der erste Dreifach-Erfolg für das US-Damenteam überhaupt in der 38 Jahre währenden Geschichte des Rennrodel-Weltcups. Den bislang einzigen US-Dreifach-Erfolg im Viessmann-Weltcup hatte es Anfang Dezember 1996 in Lillehammer (NOR) gegeben, als Christian Niccum/Matt McClain, Chris Thorpe/Gordy Sheer und Mark Grimmette/Brian Martin gemeinsam auf dem Siegerpodest standen.

Der US-Triumph von Lake Placid war zudem das erste Siegerpodest ohne deutsche Beteiligung seit dem 25. Januar 2014, als Kate Hansen(USA), Alex Gough (CAN) und Natalia Khoreva (RUS) in Sigulda das  Siegertrio bildeten. Damals im Olympiawinter hatte das deutsche Team allerdings nur seine B-Mannschaft zum Finale im Viessmann-Weltcup geschickt. Um ein Siegerfoto ohne deutsche Beteiligung, aber im Beisein der besten Besetzung zu finden, muss man schon bis ins Jahr 1993 zurückblättern. Damals, übrigens auch in Sigulda, bildeten die spätere Olympiasiegerin Gerda Weissensteiner aus Italien  zusammen mit den beiden Österreicherin Angelika Neuner und Andrea Tagwerker das Trio auf dem Siegerpodest.

Der Höhenflug des US-Teams bei der Talfahrt im Eiskanal, der in Lake Placid  noch den Doppelsieg bei den Herren durch Chris Mazdzer und Tucker West sowie den ersten Weltcup-Erfolg in der Team-Staffel hervorbrachte, hat viele Gründe. „Da ist zum einen der Heimvorteil“, sagt gewohnt ehrlich Mark Grimmette, einst zweimaliger olympischer Medaillengewinner und nun Sportdirektor des US-Verbandes USLA. Aber, so Grimmette weiter, „unser Programm greift immer besser“. Die Schlitten seien im Laufe der Jahre immer besser geworden, auch die Athleten hätten sich athletisch verbesserte. „Der Trend zeigt nach oben“, sagt Mark Grimmette.

Zudem arbeitet der US-Verband inzwischen mit Branchenprimus Deutschland zusammen, zumindest tauscht man sich aus. Es war kein Zufall, dass der deutsche Sportdirektor und Generalsekretär Thomas Schwab als Augenzeuge in Lake Placid die teilweise heftigen Niederlagen seines Teams verfolgen musste. Auf seinem Besuchsprogramm stand der Gedankenaustausch mit den US-Verantwortlichen um  Verbandspräsident Dwight Bell ganz oben auf der Liste.

Damensiegerinnen

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