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FIL auf der SPORTEL: „Nur wer präsent ist, kann mitspielen”

Patrick Öffl, Head of Broadcast des Internationalen Rodelverbandes FIL, war bei der SPORTEL Monaco - dem wichtigsten Branchentreff für Sportmedienrechte weltweit. Ein Gespräch über fragmentierte Märkte, neue Partner und die Frage, warum Reichweite im Rodeln mehr bedeutet als Einschaltquoten.

Patrick, SPORTEL Monaco ist vielen außerhalb der Broadcast-Welt kaum ein Begriff. Was passiert dort eigentlich?

„SPORTEL ist seit mehr als 30 Jahren die wichtigste Plattform, auf der sich die Sportmedienbranche trifft - Sender, Rechteinhaber, Technologieanbieter, Verbände, Agenturen. Es geht um Medienrechte, um Distributionsfragen, um die Technologien, die den Sport der Zukunft übertragbar machen. Monaco ist dabei nicht zufällig gewählt: Die Atmosphäre ist kompakt, die Wege sind kurz - und in drei Tagen kann man mehr strategische Gespräche führen als in sechs Monaten regulärem Büroalltag.”

Wer ist konkret dort?

„Das Spektrum ist breit. Man trifft Entscheidungsträger der großen öffentlich-rechtlichen Systeme genauso wie Vertreter von Streamingplattformen, Tech-Providern und natürlich andere internationale Verbände. Ich habe dort zum Beispiel Kollegen von anderen olympischen Wintersportverbänden getroffen - also von Verbänden, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie die FIL: Wir alle bieten hohe sportliche Qualität an, die sich in einem zunehmend fragmentierten Broadcast-Umfeld behaupten muss.”

Wie wichtig ist es für einen Verband wie die FIL, dort präsent zu sein?

„Die FIL war zum ersten Mal dabei, und ganz ehrlich: Es ist sehr wichtig, dort zu sein. Der Markt für Sportmedienrechte ist fragmentierter denn je - klassisches Free-TV, Pay-TV, Streaming-Plattformen, digitale Channels. Wer als Verband nicht aktiv in diesen Markt hineingeht und Beziehungen aufbaut, verliert Reichweite. Und Reichweite ist für uns kein Optional - sie ist die Grundlage dafür, dass Rodeln wahrgenommen wird, dass junge Menschen den Sport kennenlernen und dass Sponsoren bereit sind zu investieren.”

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Was hast du konkret aus Monaco mitgenommen?

„Eine Reihe Gespräche, die ich so in keinem anderen Rahmen hätte führen können. Mit Partnern aus dem öffentlich-rechtlichen Bereich, mit einem spanischen Sender, der aktiv auf uns zugekommen ist, und ich wurde anderen TV-Teams vorgestellt. Außerdem wurde ich mit Anbietern in den USA vernetzt, was für die digitale Reichweite im nordamerikanischen Markt relevant sein könnte. Und ich habe mit mehreren Tech-Providern gesprochen, deren Lösungen in unsere digitale Strategie einfließen könnten. Ich bringe aus Monaco kein fertiges Vertragspaket mit - aber ich bringe Beziehungen, an denen jetzt weitergearbeitet wird.”

Du hast die Zusammenarbeit mit Öffentlich-Rechtlichen als Beispiel genannt. Wie sehr zeigt sich der Wert enger Broadcast-Beziehungen im laufenden Betrieb?

„Sehr konkret. Allein in dieser Saison zeigt die enge Abstimmung mit ARD und ZDF, was möglich ist, wenn man nicht nur Lieferant von Inhalten ist, sondern ein echter Kommunikationspartner. Wir sprechen über Sendezeiten, über Formate, über die Fragen, die Broadcaster stellen - und über die Fragen, die wir stellen. Das Ergebnis sind Sendezeiten, die vor einigen Jahren so nicht selbstverständlich gewesen wären. Das ist kein Zufall, das ist die Frucht kontinuierlicher Beziehungspflege. Und genau das ist der Gedanke, den ich aus Monaco mitnehme: Nur wer präsent ist, wer das Gespräch sucht, kann mitspielen.”