FIL-Kommissionen tagen überwiegend online
Weniger Reisen, weniger CO₂: FIL setzt auf virtuelle Meetings
Berchtesgaden (FIL/27.03.2026) Von Montag, 23. bis Donnerstag, 26. März 2026 fanden die jährlichen Sitzungen mehrerer FIL-Kommissionen statt. Vertreterinnen und Vertreter der Jugend- und Entwicklungskommission, der Sportkommission Kunstbahn, Naturbahn sowie der Technischen Kommission, kamen dabei teils virtuell, teils vor Ort in Berchtesgaden (GER) zusammen, um die Saison 2025/2026 zu analysieren und zentrale Themen für die Weiterentwicklung des internationalen Rodelsports zu beraten.
Die Sitzungen der FIL-Kommissionen fanden überwiegend virtuell statt – ein bewusst gewählter Schritt zur Reduzierung von CO₂-Emissionen durch weniger internationale Reisetätigkeit der Funktionärinnen und Funktionäre.
Im Fokus der mehrtägigen Meetings standen unter anderem die Planung der kommenden Rennsaisons, die Weiterentwicklung der Nachwuchsprogramme, strategische Fragen zu Wettkampfformaten sowie zahlreiche Änderungsanträge zur Internationalen Rennrodelordnung (IRO). Die Beratungen dienen als wichtige Grundlage für die sportliche, technische und organisatorische Weiterentwicklung des Rennrodelns im internationalen Wettbewerb.
Vorbereitung FIL-Kongress 2026 / IRO-Änderungen
Im Vorfeld des 74. FIL-Kongresses, der am 8. und 9. Juni 2026 in Berchtesgaden stattfindet, stehen 35 Anträge zur Änderung der Internationalen Rennrodelordnung (IRO) im Kunstbahn-Rodeln auf der Agenda. Die Vorschläge wurden von der FIL-Sportkommission, der Technischen Kommission sowie mehreren nationalen Verbänden eingebracht und zielen darauf ab, bestehende Regelungen weiterzuentwickeln, präziser zu formulieren und den internationalen Rennbetrieb kontinuierlich zu verbessern.
Die eingereichten Anträge decken ein breites Spektrum an Themen ab. Dazu gehören unter anderem Anpassungen der olympischen Regeln, klarere Vorgaben für Trainingsmöglichkeiten auf Olympiabahnen sowie präzisere Definitionen für Titelvergaben bei Olympischen Spielen. Ziel ist es, für kommende Spiele klare Rahmenbedingungen zu schaffen und faire Wettbewerbsbedingungen für alle Nationen sicherzustellen. Im Juni 2026 werden die geplanten Disziplinen für die Olympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen veröffentlicht.
FIL Sportdirektor für Kunstbahn Matthias Böhmer erklärte: „Im Mittelpunkt standen verschiedene Anpassungen der olympischen Regeln, die auf den gemachten Erfahrungen der vergangenen Olympischen Spiele in Milano-Cortina basieren. Darüber hinaus wurden weitere Anträge behandelt, darunter die Einführung eines zusätzlichen Startplatzes für die Gastgebernation bei einer Weltcup-Austragung sowie eine Wildcard für den Juniorenweltmeister einer jeden individuellen Disziplin in das Weltcup-Finale. Zudem wurde ein neues Rennformat für den Weltcup unter dem Titel „Super-Slide-Mode“ ausgearbeitet, das in der kommenden Saison erstmals beim Weltcup zur Anwendung kommen könnte. Ergänzend dazu wurden mehrere redaktionelle Änderungen am internationalen Reglement vorgenommen, um Mehrfachinterpretationen einzelner Bestimmungen künftig zu vermeiden.“
Auch technische und organisatorische Themen stehen im Fokus der geplanten Änderungen. Dazu zählen unter anderem präzisere Vorgaben für Zeitmesssysteme, Startverfahren und Ergebnisdarstellung, etwa durch zusätzliche Kategorien bei Disqualifikationen oder klare Regelungen zur Annullierung von Bahn- und Startrekorden bei Regelverstößen. Zudem sollen verfügbare Zeitmessdaten künftig stärker für die Leistungsanalyse der Teams nutzbar gemacht werden.
Die eingereichten Anträge werden zunächst in den zuständigen FIL-Gremien beraten und anschließend beim FIL-Kongress zur Abstimmung gestellt. Mit den geplanten Anpassungen soll die IRO weiterhin als verlässliche Grundlage für einen fairen, transparenten und modernen internationalen Rennbetrieb dienen.
FIL Sport-Kommission Kunstbahn online abgehalten
Die Mitglieder der Sport-Kommission für Kunstbahn, eröffneten ihre virtuellen Beratungen mit einem ausführlichen Rückblick auf die Olympiasaison 2025/2026, der von Sportdirektor Kunstbahn Matthias Böhmer als lebendige und interaktive Diskussion gestaltet wurde. Dabei wurden zentrale sportliche Entwicklungen ebenso analysiert wie organisatorische Erfahrungen aus der Saison. Darüber hinaus informierte Böhmer über ein am Dienstag, 24. März, abgehaltenes Meeting zur neuen FIL-Strategie „We Slide forward to 2030+4“, deren Veröffentlichung im Rahmen des FIL-Kongresses im Juni 2026 vorgesehen ist.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf infrastrukturellen und strategischen Entwicklungen: Böhmer berichtete über die geplante Nachnutzung der Olympiabahn in Cortina d’Ampezzo, die langfristigen Planungen im Weltcup-Kalender und die Vorbereitung auf die Jugend-Olympischen Winterspiele 2028. Ebenso wurden die Umbaumaßnahmen an der WM-Bahn 2027 in Innsbruck-Igls und der Wiederaufbau der Kunsteisbahn am Königssee thematisiert, die 2028 Austragungsort der FIL-Weltmeisterschaften sein wird.
Auch im Bereich Nachhaltigkeit und Logistik gab es positive Rückmeldungen: Der gemeinsame DHL-Schlitten- und Materialtransport für Übersee sowie inzwischen testweise auch für längere Strecken in Europa wurde von den Mitgliedern der Sportkommission als umweltfreundlich und organisatorisch effizient bewertet. Das Modell soll daher künftig beibehalten und weiter ausgebaut werden.
Damen fahren vom Herrenstart
Nach intensiver Diskussion wurde beschlossen, dass zukünftig die Damen Einsitzer beim Weltcup im Winterberg von der gleichen Starthöhe fahren werden wie die Herren Einstizer. Starthaus 1 (Herrnstart). Um allen ausreichend Vorbereitungszeit einzuräumen wurde bereits eine Internationale Trainingswoche unmittelbar vor dem Weltcup Start im Jahresplan implementiert.
FIL-Sportdirektor Matthias Böhmer resumierte: „Die virtuelle Durchführung der Sportkommissionssitzung hat gezeigt, dass wir auch ohne weite Reisen sehr effektiv zusammenarbeiten können. In intensiven Diskussionen haben wir wichtige Impulse für die Zukunft unseres Sports gesetzt, von neuen Wettkampfformaten für Olympische Spiele, Weltmeisterschaften und Weltcups bis hin zur Weiterentwicklung des Doppelsitzerbereichs im Nachwuchs. Gleichzeitig konnten wir zentrale Themen wie den internationalen Rennkalender, den Einsatz von Jurymitgliedern sowie die Bewerbung für die Junioren-Weltmeisterschaften 2030 voranbringen. Der enge Austausch mit der Jugendkommission liefert dabei wertvolle Perspektiven für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung des Rodelsports.“
FIL Technische Kommission Kunstbahn tagte in Berchtesgaden
Die Technische Kommission des Internationalen Rodelverbandes (FIL) traf sich am 25. und 26. März 2026 zu ihrer jährlichen Sitzung in Berchtesgaden (GER). Wer nicht persönlich anwesend sein konnte, hatte die Möglichkeit virtuell an den Besprechnungen teilzunehmen. Unter der Leitung von FIL-Vizepräsident für Technik, Armin Zöggeler, und dem Technischem Direktor Andris Šics standen die Analyse der Saison 2025/2026 sowie die Weiterentwicklung der Internationalen Rennrodelordnung (IRO) im Mittelpunkt der Beratungen.
Zum Auftakt der Sitzung blickten die Kommissionsmitglieder auf die vergangene Saison zurück und tauschten sich in einer offenen Feedbackrunde über sportliche, organisatorische und technische Entwicklungen aus.
Danach lag ein Schwerpunkt auf der Integration standardisierter Zeichnungen von Einsitzer-Schlittenbauteilen in den IRO-Text, um technische Vorgaben künftig noch klarer und einheitlicher zu definieren.
Den größten Teil der zweitägigen Sitzung nahmen die Besprechungen zu den von den nationalen Verbänden eingereichten Änderungsanträgen zur IRO 2026 ein. Die Anträge waren fristgerecht bis zum 28. Februar 2026 beim FIL-Büro eingegangen und wurden von der Kommission ausführlich diskutiert.
Am Ende der Sitzung fasste die Technische Kommission die Ergebnisse zusammen und formulierte Empfehlungen für die weitere Behandlung der Regelanträge innerhalb der FIL-Gremien. Ziel bleibt es, die sportliche Fairness, Sicherheit und technische Weiterentwicklung im internationalen Rennrodeln kontinuierlich zu stärken.
Jugendkommission machte den Anfang der virtuellen Meetings
Bereits am Montag, 23. März 2026, hatte die FIL Jugend- und Entwicklungs-Kommission unter dem Vorsitz von Hans-Jürgen Köhne virtuell getagt. Im Mittelpunkt der Online-Sitzung standen der Rückblick auf die Saison 2025/2026 sowie die Weiterentwicklung der Nachwuchsprogramme vom Youth-A-Bereich bis zu den Junioren. Darüber hinaus diskutierten die Kommissionsmitglieder die Vorbereitungen für die Olympischen Jugend-Winterspiele 2028 in Cortina (ITA), mögliche Regelanträge zur IRO 2026 sowie die Planung des internationalen Sportkalenders für die Saison 2026/2027 und darüber hinaus. Ein weiterer organisatorischer Schwerpunkt war die Besetzung der Offiziellen für die kommenden Nachwuchsveranstaltungen, insbesondere für die Junioren-Weltmeisterschaften 2027 in Winterberg.
„Auch als Online-Meeting war die Sitzung sehr konstruktiv und es konnten gute Ergebnisse für die Weiterentwicklung der Jugend und Junioren erreicht werden", resumierte der Vorsitzende der FIL-Jugendkommission Hans-Jürgen Köhne.




