Berchtesgaden (pps) Als Kind rodelte er im Winter täglich zur Schule, als aktiver Rennrodler gewann er zweimal den WM-Titel sowie Silber bei Olympia 1976, und seit mehr als zwei Jahrzehnten nimmt er maßgeblichen Einfluss auf die Geschicke des Internationalen Rennrodel-Verbandes (FIL): Josef Fendt, seit 1994 Präsident des Weltverbandes, feiert am Samstag (6. Oktober) in seiner Berchtesgadener Heimat seinen 60. Geburtstag.

Den Lohn für sein Wirken ernteten Fendt und FIL im Sommer dieses Jahres: Rennrodeln gehört nun zu den sieben Kernsportarten bei Olympischen Winterspielen, wie die 119. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Guatemala-Stadt beschloss. Bereits drei Mal als FIL-Präsident bestätigt, möchte Fendt mindestens bis 2014 an der Spitze des Weltverbandes bleiben. „Ich bin gerne Kapitän der FIL“, sagte Fendt in diesem Sommer in Innsbruck beim Jubiläums-Kongress zum 50-jährigen FIL-Bestehen.

„Mit der ihm eigenen Gelassenheit, an der jede Feindseligkeit abprallt wie Wasser an einer Ölhaut“, hieß es schon 1976 im offiziellen Standardbuch des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland über den Silbermedaillengewinner im Herren-Einsitzer. Nicht nur diese Tugend bewahrte sich Josef Fendt auch in seiner zweiten Karriere als Sportfunktionär. Erst als Vizepräsident für den Bereich Sport (gewählt am 5. Mai 1985), seit dem 25. Juni 1994 dann als Nachfolger des am 8. Februar verstorbenen FIL-Gründungspräsidenten Bert Isatitsch (Österreich).

Mit Fendt, der gut befreundet ist mit IOC-Vizepräsident Thomas Bach und hervorragende Kontakte in aller Welt pflegt, zog mehr Professionalität bei der FIL ein. Seit 1995 unterstützt Viessmann als Haupt- und Titelsponsor den Rennrodel-Weltcup, andere Sponsoren (Eberspächer, Suzuki) kamen später hinzu, und seit mehr als zehn Jahren finanziert die FIL mit großem Aufwand die eigenen TV-Produktionen. Unter der Führung von Fendt wurde das Entwicklungsprogramm für die nationalen Verbände ausgebaut, das Solidaritätsprogramm fortgesetzt und das Wettkampfformat erfolgreich modernisiert.

Als weithin sichtbares Aushängeschild für diese mutigen Veränderungen darf getrost der Teamstaffel-Wettbewerb angesehen werden, der im kommenden Winter zum festen Bestandteil des Kalenders gehört. Fendt: „Das ist der Kurs, den wir weiter fahren müssen. Wir dürfen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern müssen uns ständig weiter entwickeln und offen sein für Veränderungen.“

Beruflich stand Kontinuität im Vordergrund. Vom Verwaltungssekretär im Sozialamt kletterte der Hobby-Bergsteiger bis hinauf zum Geschäftsleiter der Marktgemeinde Berchtesgaden. Das private Glück mit Gattin Renate machte 1983 die Geburt von Tochter Christina perfekt.

Josef Fendt 2006 1

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