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Global Coaches Day: Die stillen Architekten des Erfolgs

Heute feiert die Welt den ICCE Global Coaches Day als Teil der European Week of Sport 2026. Es ist ein Tag für jene, die selten im Rampenlicht stehen und doch über Sieg und Niederlage, über Triumph und Tränen mitentscheiden: die Trainerinnen und Trainer.

Im Rodelsport ist diese Rolle auf besondere Weise mit Vertrauen verwoben. Ein Schlitten lässt sich nicht erzwingen, er muss gespürt werden. Und wer diese Sprache lehrt, hat sie meist selbst im eigenen Körper erfahren.

Armin Zöggeler, zweifacher Olympiasieger und sechsfacher Weltmeister, verkörpert diesen Weg wie kaum ein anderer. Nach seinem Karriereende 2014 blieb er dem Sport treu, zunächst im technischen Team des italienischen Verbands FISI. Bei Olympia 2026 in Cortina schloss sich dann ein Kreis, der fast zu schön klingt, um wahr zu sein. Als Cheftrainer stand er an der Bahn, als Andrea Vötter und Marion Oberhofer im Doppelsitzer der Frauen Gold holten. Er behielt seine Erfahrung nicht für sich, sondern gab sie weiter, bis sie in den Händen einer neuen Generation wieder golden wurde.

Auch Norbert Huber, in den 1980er-Jahren selbst achtfacher Gesamtweltcupsieger im Doppel, hat seinen Weg weit über die eigene Heimat hinausgetragen. Er coacht inzwischen als Cheftrainer das chinesische Nationalteam. Damit begleitet ein Rodel-Pionier aus den europäischen Eiskanälen Athletinnen und Athleten fernab der traditionellen Hochburgen.

Dann gibt es die Geschichte von Norbert und Felix Loch – Vater und Sohn, vereint im Sport. Norbert Loch (im Bild) war selbst Rodler, startete 1984 bei Olympia, und wurde danach Trainer. Sein Sohn Felix wuchs mit dem Eiskanal auf und wurde zum erfolgreichsten Rodler seiner Generation: drei Olympiasiege, 14 Weltmeistertitel, achtmal Gesamtweltcupsieger. Dass hinter diesem Lebenswerk von Beginn an ein Vater stand, der seinen Sohn kannte wie kein anderer – das ist eine der stillen Geschichten des Rodelsports. Doch Norbert Loch auf die Arbeit mit seinem Sohn zu reduzieren, greift zu kurz: Auch  Tobias Wendl, Tobias Arlt, Natalie Geisenberger gingen durch seine Schule.

Doch Trainerinnen und Trainer sind längst nicht mehr nur Technikerinnen und Techniker der Kurventechnik und des Startvorgangs. Sie sind zunehmend auch in anderen relevanten Bereichen maßgeblich. Julia Taubitz, Deutschlands Olympiasiegerin von Cortina 2026, erzählte selbst, wie viele Tage voller Trauer und Zweifel sie nach der Enttäuschung von Peking 2022 durchlebte. Sie begann daraufhin, mit einem Mentaltrainer zu arbeiten. Vier Jahre später stand sie in Cortina mit Freudentränen auf der höchsten Stufe des Podests

Genau das ist die stille, oft unsichtbare Arbeit hinter jedem großen Moment. Es geht nicht nur darum, den Schlitten schneller, sondern den Menschen, der darin liegt, stärker zu machen. Ein Sturz mit 130 km/h, ein Fahrfehler im entscheidenden Lauf, die Angst vor der eigenen Vergangenheit – all das lässt sich nicht allein mit Technik bewältigen. Es braucht jemanden, der hilft, wenn der Zweifel am größten ist.

Es lohnt es sich deshalb, einen Moment innezuhalten. Wer hat uns geprägt – nicht nur sportlich, sondern als Mensch? Wer hat nach einem Sturz nicht zuerst nach der Zeit gefragt, sondern danach, wie es einem geht? Die ICCE ruft dazu auf, genau diesen Menschen unter dem Hashtag #ThanksCoach zu danken. Im Rodelsport, wo Vertrauen über Bruchteile von Sekunden entscheidet, hat dieser Dank ein besonderes Gewicht.