La Plagne bleibt - und wird besser

Es war der Februar vor nunmehr 34 Jahren. Die Olympischen Winterspiele von Albertville brachten den Rodelsport in die französischen Alpen – auf eine Bahn, die eigens für diesen Anlass gebaut worden war, tief eingebettet in die Bergwelt oberhalb von Aime-la-Plagne. Mehr als drei Jahrzehnte später kehren die Olympischen Winterspiele in diese Region zurück. Und die Bahn, die 1992 Weltklasse-Rodeln ermöglichte, wird 2030 wieder im Mittelpunkt stehen: So geht Nachhaltigkeit! So geht Legacy!

Dieser Tage, am 22. und 23. Juli 2026, fand der erste offizielle Besuch der internationalen Verbände an der Piste Olympique de Bobsleigh in La Plagne statt. FIL Sports Director Matthias Böhmer war für die FIL vor Ort, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der IBSF, des Organisationskomitees Alpes françaises 2030, des Bauherrn Solideo sowie des Betreibers SIGP. Es war ein Arbeitstreffen im wahrsten Sinne des Wortes: zwei Tage Begehungen, Präsentationen und Diskussionen über die Zukunft einer Anlage, die bereits Geschichte geschrieben hat.

Matthias Böhmer fasste zusammen: „Es ist eine Freude, an eine Bahn zurückzukehren, die bereits olympische Erfahrungen gemacht hat. Die Arbeiten sind insgesamt gesehen sehr gut verlaufen, weil wir alle uns den gleichen Werten verpflichtet fühlen und auf ein gemeinsames, großes Ziel hinarbeiten."

Renovieren statt neu bauen

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die geplanten Renovierungsarbeiten für die Spiele 2030. Die Botschaft ist klar – und aus Nachhaltigkeitsperspektive ausdrücklich zu begrüßen: Der überwiegende Teil der Anlage wird renoviert, nicht neu gebaut. Nur in sehr begrenztem Umfang sind neue Strukturen vorgesehen. Konkret bedeutet das: Alle Gebäude werden erneuert, die Beschattungsanlagen überarbeitet, die internen technologischen Systeme modernisiert und die Bahnbeleuchtung auf den neuesten Stand gebracht.

Das ist mehr als eine technische Entscheidung. Es ist ein klares Bekenntnis zu jenem Prinzip, das die FIL mit ihrer Strategie „We Slide Forward 2034" und das IOC mit seiner Agenda für die kommenden Winterspiele gleichermaßen verfolgen: bestehende Infrastruktur nutzen, schützen und für die Zukunft ertüchtigen, anstatt immer wieder von Null zu beginnen. La Plagne 1992 – La Plagne 2030: Eine Bahn, zwei Olympische Winterspiele, eine Philosophie.

Für die FIL war dieser erste Besuch ein wichtiger Schritt im langen Prozess der Vorbereitung auf die Spiele 2030. Die nächsten Etappen werden folgen – mit klaren Meilensteinen und einem Fahrplan, der beim abschließenden Wrap-up am 23. Juli gemeinsam skizziert wurde.

Und wer gewann damals die Goldmedaillen?

Im Herren Einzel triumphierte Georg Hackl (Deutschland) vor Markus Prock (Österreich). Im Damen Einzel holte Doris Neuner (Österreich) Gold – mit ihrer Schwester Angelika auf Platz zwei, ein seltenes Geschwister-Podest in der Olympiageschichte. Im Doppel gewannen Stefan Krauße und Jan Behrendt (Deutschland) mit knappem Vorsprung auf ihre Landsleute Yves Mankel und Thomas Rudolph. Auf dem dritten Platz im Doppel übrigens: Hansjörg Raffl und Norbert Huber aus Italien – jenes Paar, das später achtmal den Gesamtweltcup gewinnen und damit einen bis heute ungebrochenen Rekord aufstellen würde.

La Plagne kennt Siegergeschichten. Neue werden nicht erst 2030 hinzukommen – der FIL-Weltcup 2026/27 gastiert bereits vom 15. bis 21. Februar in den französischen Alpen.

arbeitstreffen La Plagne