Olang (ck) Überglücklich lachte die Siegerin und somit Weltcupführende Renate Kasslatter vom obersten Treppchen des Podests. In ihrem erst dritten Weltcuprennen deklassierte sie die Konkurrenz. Im letzten Jahr war sie bereits aus der italienischen Mannschaft gefallen und hatte sich auch für den Start im heutigen Rennen erst im Training qualifizieren müssen. "Ich glaube die Niederlagen in der Vergangenheit haben mich aufgebaut zum Sieg und ich fühle mich sehr, sehr gut", strahlte die 23-Jährige Gärtnerin aus St. Ulrich im Grödnertal. Da sie im heimischen Betrieb tätig ist, kann sie sich ihre Zeit zum Training gut einteilen und daher heißt das Ziel für den heurigen Winter: "Volle Konzentration auf den Weltcup."
Mit Christa Gietl als Zweitplatzierte landete eine weitere Italienerin in den Medaillenrängen. Eine alt bekannte Sportlerin hat nach einer völlig verkorksten letzten Saison ihren Weg zurück auf die Siegesstraße gefunden. Sandra Mariner (AUT) wurde Dritte. Ihr Geheimnis zum Erfolg: "Ich habe voriges Jahr hier in Olang bemerkt, dass ich kurzsichtig bin. Ich habe am nächsten Tag Kontaktlinsen gekauft und seit dem habe ich wieder Spaß am Rodeln." Mariner wollte vor drei Jahren ihre Karriere beenden, hat aber nun wieder neue Motivation gefunden: "Ich war damals gerade mit dem Studium fertig und dachte, Training und Beruf würden sich nicht vereinbaren lassen. Es geht aber doch und ich bin auch lockerer und habe Spaß am Rodeln. Ich wäre gerne noch einen zweiten Lauf gefahren."

Mit durchdachter Vorbereitung rodelten Reinhard Beer und Herbert Kögl zum Sieg im Doppelsitzerbewerb: "Einerseits liegt uns die Bahn, wir haben aber auch in der Vorbereitung den Schlitten genau auf die langen Kurven hier in Olang abgestimmt. Denn die beiden engeren Kurven fielen ja der Verkürzung der Strecke zum Opfer." Zusätzliche Motivation erhielten die beiden durch die Anwesenheit ihres Trainers Gerhard Außerlechner. "Wir haben gar nicht verlieren dürfen, wenn er einmal persönlich dabei ist." Das nämlich hat Seltenheitswert, ist er doch auch der Trainer eines Teiles der österreichischen Ski-Alpin-Nationalmannschaft und daher meistens anderorts unterwegs.
Beinahe euphorisch jubelten Harald Kleinhofer und Gerhard Mühlbacher über ihren zweiten Platz. "Das ist unser bester Saisonstart seit ewigen Zeiten, meistens hatten wir schon nach dem ersten Rennen unser Streichresultat. Heuer steht einer guten Saison nichts im Wege", meinten die beiden, die in den ersten Rennen der Saison meist entweder durch Stürze ausfielen oder mit der Qualifikation im starken österreichischen Team haderten. Den österreichischen Dreifachsieg komplettierten die Cousins Andreas und Wolfgang Schopf.

Als Zaungast präsentierte sich Sonja Steinacher (ITA), die ihre Karriere beendet hat. Große Wehmut verspürte sie nicht beim Betrachten des Treibens ihrer ehemaligen Kolleginnen. "Ich habe bemerkt, dass Zuschauen eigentlich auch ganz gemütlich ist." Rückblickend auf ihre Karriere sieht sie ihren Weltmeistertitel im letzten Jahr als schönstes Erlebnis. "Weil es so knapp war, und weil ich im ersten Lauf noch so weit hinten lag." Der Hauptgrund für ihr Karriere-Ende war, weil die Disziplin nicht olympisch wurde, allerdings spielte auch mit eine Rolle, dass sie im Frühjahr begonnen hat im heimischen Verdings ein Haus zu bauen – was jedoch nicht automatisch eine Familienplanung impliziert. Was sie am wenigsten vermissen wird in ihrem neuen Leben ohne Rodeln? "Das Schienen richten".

Die nächste Station des RED BULL Weltcups wird Grand Prairie (nördlich von Edmonton) in Kanada sein. Die Absage des Parallelbewerbes in Liechtenstein, der am kommenden Wochenende stattfinden sollte, hatte sich durch die frühlingshaften Temperaturen bereits abgezeichnet, heute fiel die offizielle Entscheidung durch Weltcup-Koordinator Herbert Wurzer. Ersatztermin wird der 13./14. Februar sein.

Ergebnisse:

Damen Einsitzer:

1. Renate Kasslatter (ITA) 50,45 100 Punkte
2. Christa Gietl (ITA) 50,53 85
3. Sandra Mariner (AUT) 50,99 70
4. Irene Mitterstieler (ITA) 51,05 60
5. Julia Vetlova (RUS) 51,06 55
6. Barbara Abart (ITA) 51,17 50
7. Ekatharina Lavrentjeva 51,51 46
8. Michaela Maurer (GER) 51,72 42

Doppelsitzer:

1. Reinhard Beer/Herbert Kögl (AUT) 51,26 100
2. Harald Kleinhofer/Gerhard Mühlbacher (AUT) 51,53 85
3. Wolfgang Schopf/Andreas Schopf (AUT) 51,74 70
4. Pawel Porschnev/Ivan Lararev (RUS) 51,80 60
5. Andrzej Laszczak/Damian Waniczek (POL) 51,99 55
6. Armin Maier/Johannes Hofer (ITA) 52,03 50

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