Aurach (ck) „Natürlich gönne ich jedem Österreicher den Sieg, weswegen eine Stallorder auch gar kein Thema war“, kommentierte Österreichs Trainer Robert Tomelitsch den bizarren Ausgang des Doppelsitzerrennens. Wäre nach dem gestrigen Zwischenstand mit Schopf/Schopf als Führenden abgerechnet worden, hätte Österreich Tagessieg und Weltcup-Gesamtsieg heimgeholt. Doch durch einen fulminanten zweiten Lauf setzten sich im Finale Samstag Abend Reinhard Beer und Herbert Kögl an die Spitze und sicherten sich ihren zweiten Sieg in dieser Saison. Damit ging der Weltcup-Gesamtsieg an die Russen Pawel Porschnev/Ivan Lazarev. „Für Österreich als Nation ist es allerdings dumm gelaufen“, fügte Tomelitsch an. Durch einen kleinen Fehler in der letzten Kurve fielen die Cousins Wolfgang und Andreas Schopf auf den zweiten Rang hinter Beer/Kögl zurück und verloren bei Punktegleichstand den Gesamtweltcup durch das schlechtere Streichresultat (55 Punkte gegenüber 60 Punkten der Russen).

Herbert Kögl, der in Wörgl wohnhaft ist und quasi sein Heimrennen bestritt, war die Freude ins Gesicht geschrieben. „Es ist so schön in Aurach zu gewinnen“, jubelte er. Auch bei seinem Partner Reinhard Beer überwog die Freude über den eigenen Sieg: „Schopf/Schopf hätten aus eigener Kraft gewinnen können, deswegen gab es von uns keine Schützenhilfe. Sie hatten eine gute Saison, aber man muss den Russen zugestehen, dass sie insgesamt eben besser waren.“

Im russischen Lager begannen die Freudentänze im Zielraum mit dem Sieg der Doppelsitzer und gingen nahtlos in den Jubel über den Tages- und Gesamtsieg der schier unbezwingbaren Ekatharina Lavrentjeva über. Mit zwei Laufbestzeiten demonstrierte die Russin abermals ihre Klasse. Vier der sechs Weltcuprennen dieser Saison entschied sie für sich, ihre einzige Verfolgerin im Gesamtweltcup, Renate Kasslatter (ITA), hatte schon lange resigniert und freute sich über den ersten Platz hinter Lavrentjeva: „Ich muss zufrieden sein mit der Saison. Vor einem Jahr bin ich noch im IC-Cup gefahren, und in meiner ersten Weltcupsaison bin ich gleich Zweite geworden. In Olang habe ich gewonnen, dann kamen zwei zweite Plätze und ich fühlte mich sicher. Aber in Moskau kam dann ein Tief, und es ist nicht mehr so gut gelaufen.“

Ein zufriedenes Saisonresümee zog auch die im Abschlussrennen als Fünfte bestplatzierte Österreicherin Marlies Wagner: „Es hat halt immer gerade nicht fürs Stockerl gereicht, aber insgesamt war es eine gute Saison.“ Mit drei sechsten, einem fünften und einem besonders bitteren vierten Rang bei der EM zeigte sie jedoch auf, dass sie sich heuer in der Weltspitze etablieren konnte.

In seiner eigenen Klasse fuhr abermals der fünffache Weltmeister und zweifache Europameister Gerhard Pilz (AUT). Mit zwei Laufbestzeiten ließ er sich trotz einer angebrochenen Rippe den Sieg nicht nehmen. „Es hat schon ein bisschen gezogen“, meinte er nach dem Rennen lapidar. Auf den Plätzen hinter Pilz reihten sich mit Gernot Schwab (AUT) und Andreas Castiglioni (ITA) zwei Fahrer, die mit konstanten Leistungen und Podestplätzen klar machten, dass sie in der nächsten Saison Anwärter auf ihre ersten Weltcupsiege sein werden. Gernot Schwab, heuer drei Mal Zweiter und zwei Mal Dritter, jubelte aber auch über seinen dritten Tagesrang und zweiten Platz im Gesamtweltcup: „Einmal wird das Glück auch auf meiner Seite sein.“ Andreas Castiglioni haderte ein bisschen mit dem Schicksal von zwei zweiten Plätzen im Weltcup und einem weiteren bei der Europameisterschaft, meinte aber in Hinblick auf nächstes Jahr: „Das Rad dreht sich weiter und weiter.“ Der Gesamt-Weltcup ging zum dritten Mal an den Italiener Anton Blasbichler, der schon 1995/96 und 1996/97 triumphiert hatte.

Endergebnisse Weltcup in Aurach:

Doppelsitzer (12):
1. Reinhard Beer/Herbert Kögl (AUT), 1:07,04 (2), 1:06,67 (1), 2:13,71
2. Wolfgang Schopf/Andreas Schopf (AUT), 1:06,17 (1), 1:07,74 (4), 2:13,91
3. Pawel Porschnev/Ivan Lazarev (RUS), 1:07,17 (3), 1:07,14 (2), 2:14,31
4. Andrzej Laszczak/Damian Waniczek (POL), 1:07,25 (4), 1:07,31 (3), 2:14,56
5. Armin Mair/Johannes Hofer (ITA), 1:07, 49 (5), 1:08,00 (5), 2:15,49
6. Günther Innerbichler/Alex Innerbichler (ITA), 1:7,77 (6), 1:08,61 (6), 2:16,38
7. Simone Deme/Michael Squinabol (ITA),1:09,57 (8), 1:08,75 (7), 2:18,32
8. Harald Kleinhofer/Gerhard Mühlbacher (AUT), 1:08,99 (7), 1:09,53 (8), 2:18,52


Damen (19):
1. Ekatharina Lavrentjeva (RUS), 1:03,52 (1), 1:03,74 (1), 2:07,26
2. Renate Gietl (ITA), 1:03,85 (2), 1:04,31 (2), 2:08,16
3. Julia Vetlova (RUS), 1:04,17 (4), 1:04,49 (3), 2:08,66
4. Renate Kasslatter (ITA), 1:04,15 (3), 1:05,32 (5), 2:09,47
5. Marlies Wagner (AUT), 1:05,28 (7), 1:05,26 (4), 2:10,54
6. Sandra Mariner (AUT), 1:05,04 (6), 1:05,78 (7), 2.10,82
7. Karolina Waniczek (POL), 1:05,39 (9), 1:05,53 (6), 2:10,92
8. Barbara Abart (ITA), 1:04,48 (5), 1:07,19 (11), 2:11,67
9. Ewelina Zurek (POL), 1:05,32 (8), 1:06,66 (10), 2:11,98
10. Christa Gietl (ITA), 1:06,02 (10), 1:06,36 (9), 2:12,38
11. Melissa Jones (CAN), 1:07,64 (13), 1:07,22 (12), 2:14,86
12. Anna Braun (AUT), 1:06,87 (12), 1:08,14 (13), 2:15,01


Herren (36):
1. Gerhard Pilz (AUT), 1:02,05 (1), 1:02,49 (1), 2:04,54
2. Andreas Castiglioni (ITA), 1:02,79 (4), 1:02,71 (2), 2:05,50
3. Gernot Schwab (AUT), 1:02,68 (3), 1:03,26 (4), 2:05,94
4. Gerald Kallan (AUT), 1:02,42 (2), 1:03,57 (5), 2:05,99
5. Anton Blasbichler (ITA), 1:02,90 (5), 1:03,16 (3), 2:06,06
6. Rudi Resch (ITA), 1:03,23 (9), 1:03,64 (7), 2:06,87
7. Patrik Pigneter (ITA), 1:02,97 (6), 1:03,98 (11), 2:06,95
8. Robert Batkowski (AUT), 1:03,21 (8), 1:03,79 (9), 2:07,00
9. Marcus Grausam (GER), 1:03,52 (10), 1:03,77 (8), 2:07,29
10. Roland Kallan (AUT), 1:03,01 (7), 1:04,80 (13), 2:07,81
11. Borut Kralj (SLO), 1:03,98 (12), 1:03,90 (10), 2:07,88
12. Ziga Pagon (SLO), 1:03,80 (11), 1:04,64 (12), 2:08,44
13. Borut Fejfar (SLO), 1:04,36 (13), 1:05,16 (15), 2:09,52
14. Gaspar Benedik (SLO), 1:04,91 (14), 1:05,59 (18), 2:10,50
15. Ivan Lazarev (RUS), 1:06,08 (20), 1:04,86 (14), 2:10,94
16. Rudolf Schwarz (GER), 1:05,73 (16), 1:05,29 (16), 2:11,02


Weltcupendstände (nach sechs Rennen und Abzug des Streichresultates):

Doppelsitzer:
1. Pawel Porschnev/Ivan Lazarev (RUS) 425 (60) Punkte
2. Wolfgang Schopf/Andreas Schopf (AUT) 425 (55)
3. Reinhard Beer/Herbert Kögl (AUT) 370
4. Andrzej Laszczak/Damian Waniczek (POL) 350
5. Harald Kleinhofer/Gerhard Mühlbacher (AUT) 289
6. Armin Mair/Johannes Hofer (ITA) 280
7. Günther Innerbichler/Alex Innerbichler (ITA) 226
8. Björn Kierspel/Hansjörg Mühlbacher (GER) 200
9. Mario Gortnar/Jure Potocnik (SLO) 117
10. Denis Alimov/Roman Molvistov (RUS) 109


Herren:
1. Anton Blasbichler (ITA) 455 Punkte
2. Gernot Schwab (AUT) 395
3. Gerald Kallan (AUT) 335
4. Gerhard Pilz (AUT) 319
5. Andreas Castiglioni (ITA) 297
6. Robert Batkowski (AUT) 272
7. Marcus Grausam (GER) 251
8. Roland Kallan (AUT) 225
9. Gerald Kammerlander (AUT) 212
10. Martin Psenner (ITA) 204
11. Florian Breitenberger (ITA) 198
12. Borut Kralj (SLO) 148


Damen:
1. Ekatharina Lavrentjeva (RUS) 470
2. Renate Kasslatter (ITA) 385
3. Renate Gietl (ITA) 350
4. Sandra Mariner (AUT) 335
5. Julia Vetlova (RUS) 291
6. Christa Gietl (ITA) 288
7. Marlies Wagner (AUT) 244
8. Ewelina Zurek (POL) 204
9. Barbara Abart (ITA) 177
Michaela Maurer (GER) 177
11. Ursina Schneider (SUI) 146
12. Karolina Waniczek (POL) 140
13. Melissa Jones (CAN) 127
14. Irene Mitterstieler (ITA) 115

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