Olympiasieger Johannes Ludwig beendet Karriere

Johannes Ludwig

Oberhof (FIL / BSD) Es ist nicht leicht, den richtigen Zeitpunkt zu finden um mit dem Leistungssport aufzuhören. Der dreimalige Olympiasieger im Rennrodeln Johannes Ludwig (GER) scheint ihn gefunden zu haben. Nach seiner bislang erfolgreichsten Saison - in 30 Jahren Rennrodelsport - beendet der Gesamtweltcupsieger und Olympiasieger nun seine Leistungssportkarriere.
Mit 36 Jahren gewann der Mann mit den meisten Startrekorden weltweit (Startzeit-Rekord auf 8 Bahnen) zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022, holte zum ersten Mal die große Kristallkugel der EBERSPÄCHER Weltcup-Serie 2021/22, stand dafür bei sieben von neun Einzel-Weltcups auf dem Podest, fünfmal davon als Sieger. Der Thüringer holte bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking sein erstes Einsitzer-Gold und sicherte sich erneut, nach PyeongChang 2018 noch einmal Olympiagold im Teamwettbewerb.

„Rennrodeln ist, seit ich sechs Jahre alt war, der grundlegende Inhalt meines Lebens. In den zurückliegenden 30 Jahren war nahezu jeder Tag vom Kufensport bestimmt und verlangte mir, aber auch meinem familiären Umfeld große Entbehrung ab. Im Laufe meiner Karriere habe ich gelernt, dass im Leistungssport vor allem Durchhaltevermögen und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wichtige Elemente für den Erfolg sind“, erklärt Johannes Ludwig in einer offiziellen Pressemitteilung. 

Johannes Ludwig, Oberhof 10. Weltcup-Sieg

„Dass mir auf meinem bisherigen Lebensweg unzählige Menschen zur Seite standen, empfinde ich als großes Geschenk. Ich danke ganz besonders meiner Familie, meinen Eltern, meiner Frau und meinen Kindern, meinen Nachwuchstrainern vom BSR Rennsteig Oberhof (später WSV Oberhof), dem Bundesstützpunkttrainer in Oberhof Jan Eichhorn, und meinem Mechaniker Robert Eschrich sowie dem BSD-Cheftrainer Norbert Loch. Leistungssport ohne den Support durch meine Sponsoren und die Bundespolizei wäre undenkbar, deshalb sind auch sie Teil der sportlichen Erfolgsgeschichte. Ich freue mich auf einen neuen Lebensabschnitt. Beruflich wird meine weitere Laufbahn bei der Bundespolizei eine große Rolle spielen. Der Fokus wird jetzt aber zunächst auf meiner Familie liegen. Ich freue mich auf den Sommer und die Zeit mit meinen Kindern, die so lange auf mich verzichten mussten.“

Johannes Ludwig, Picture Alliance

Für den in Suhl geborenen Spitzenathleten war es ein langer Weg zu seinen vier Olympischen Medaillen und dreimal Edelmetall bei Weltmeisterschaften. Fünf Mal landete er bei Weltmeisterschaften auf dem vierten Platz. Im Jahr 2013 gewann Ludwig WM-Bronze im Einzel in Whistler (CAN) und im Jahr 2017 erstmals WM-Gold mit dem Team in Innsbruck (AUT). Das Team-Gold kann er im Jahr 2020 in Sotschi (RUS) wiederholen. 
Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang fuhr Johannes Ludwig im Einzelrennen zu Olympiabronze und mit dem Team zum Olympiasieg. Gesamt hat Johannes Ludwig zehn Weltcuprennen im Einsitzer gewonnen, fünf davon in seiner letzten Saison 2021/22.

Johannes Ludwig ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern seit 2019 im niedersächsischen Walsrode. Im nahegelegenen Steinhuder Meer wird der passionierte Segler künftig mehr Zeit beim Segeln und Wingfoilen verbringen. Nachdem sie jahrelang zurückgesteckt haben, möchte er jetzt mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Der Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei mit abgeschlossenem BA-Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für angewandtes Management in Erding/Günzburg wird sich auch beruflich weiterentwickeln. 

Als Botschafter für die FIL Rennrodel Weltmeisterschaft 2023 auf seiner Heimbahn in Oberhof bleibt Johannes Ludwig dem Rennrodelsport und dem Thüringer Schlitten- und Bobsportverband verbunden. 
 

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