Saisonbilanz Doppel: Erfolgreiche Rekordjagd und gelungene Konzentration
FIL Rodel Saison 2025/2026
Berchtesgaden (FIL/24.03.2026) Tobias Wendl und Tobias Arlt haben im EBERSPÄCHER Rodel Weltcup eine beeindruckende Saison abgeliefert. Wieder einmal. Am Ende standen nicht nur eine Goldmedaille in der Team Staffel sowie Bronze im Herren Doppel bei den Olympischen Spielen Mailand Cortina 2026 zu Buche. Mit mittlerweile sieben Goldmedaillen stiegen sie zu den erfolgreichsten Olympiarodlern auf. Danach beendeten die beiden 38 Jahre alten Deutschen die Saison noch als Weltcupgesamtsieger. Zum siebten Male. Damit konnten sie ihre Landsleute Patric Leitner und Alexander Rösch überflügeln. „Eigentlich könnten wir aufhören!“, sagte Obermann Wendl, um dann hinterherzuschieben: „Aber wir sind noch nicht satt.“ Die eine oder andere Saison wollen sie schon noch bestreiten. Mit eventuell einem achten Erfolg, womit sie mit den Spitzenreitern in der ewigen Bestenliste der Doppel, den Italienern Hansjörg Raffl und Norbert Huber, gleichziehen würden.
Konkurrenzfähig sind Wendl/Arlt weiterhin. So staunt der Lette Roberts Plume: „Die Tobis gehören zu den Besten in diesem Sport, sie legen trotz ihres Alters immer noch den schnellsten Start im ganzen Feld hin.“ Trotzdem denken die beiden Deutschen schon an die Zeit nach ihnen. Und geben dem Nachwuchs eine Chance, in den Weltcup reinzuschnuppern. So wie beim Finale in Altenberg, als sie auf einen Start verzichteten und den Junioren-Weltmeistern Louis Grünbeck und Maximilian Kührt deren Debüt im Weltcup ermöglichten. „Wir wurden vor beinahe 20 Jahren auch langsam an die Herausforderung Weltcup herangeführt“, sagte Arlt, „diese Erfahrungen zu sammeln, wollen wir Anderen auch möglich machen.“ Derjenige, der Wendl/Arlt quasi ihre gesamte Karriere begleiten hat, ist der heutige deutsche Cheftrainer Leitner. Er gab ihnen 2010 ein Versprechen ab: „Als ich ihr Trainer geworden bin, habe ich den Tobis gesagt: ,Ich möchte Euch erfolgreicher machen als ich es war.‘ Das ist mit dem siebten Gewinn des Gesamtweltcups endgültig gelungen.“
Trotz des letztlich souveränen Erfolgs von Wendl/Arlt war die Saison bei den Doppeln sehr abwechslungsreich. Denn neben den Deutschen, die drei Siege einfahren konnten und damit insgesamt 60-mal auf Platz eins gekommen sind, gewannen die Weltcup-Zweitplatzierten und olympischen Silbermedaillengewinner Thomas Steu/Wolfgang Kindl (Österreich) die letzten beiden Entscheidungen. Jeweils einmal standen Juri Gatt/Riccardo Schöpf (Österreich), Toni Eggert/Florian Müller (Deutschland), Marcus Mueller/Ansel Haugsjaa (USA) sowie die Letten Eduards Sevics-Mikelsevics und Lukass Krasts auf dem obersten Podest.
Und die Italiener? Die konzentrierten sich ganz auf die Heimspiele auf der neuen Pista Olimpico Eugenio Monti. Mit überragendem Erfolg. Denn mit Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner sowie Andrea Vötter und Marion Oberhofer als Olympiasieger hatten die Wenigsten gerechnet. „Das war einfach unglaublich“, freute sich Italiens Sportdirektor Armin Zöggeler, „ich hätte nie gedacht, dass so etwas mal passieren wird. Zwei Goldene bei Olympia, dazu noch zu Hause und innerhalb von einer Stunde – da war ich überwältigt.“ Wie auch Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella, der noch an der Bahn den Goldmedaillengewinnern gratulierte.
Im Weltcup hießen die überragenden Rodlerinnen Selina Egle und Lara Kipp. Die Österreicherinnen konnten ihren Gesamtsieg aus der Vorsaison wiederholen. Bei den Olympischen Spielen Dritte, waren sie im Weltcup viermal die Schnellsten. Mit drei Siegen folgte das deutsche Duo Jessica Degenhardt/Cheyenne Rosenthal. Leider verhinderten Stürze und Krankheiten ihren Start an zwei Wochenenden, sodass sie nur Platz drei in der Gesamtwertung erreichten. Vor ihnen platzierten sich ihre Teamkolleginnen Dajana Eitberger und Magdalena Matschina.
Die Paarung überzeugte neben einem Sieg vor allem durch eine beachtliche Konstanz mit weiteren sechs Podestplätzen. Für die 35 Jahre alte Eitberger endete damit eine lange Laufbahn. „Dajana kann megaglücklich sein und kann megastolz in die Rodel-Rente gehen“, sagte ihr Trainer Leitner, „sie hat eine beeindruckende Karriere hingelegt – eine Silbermedaille im Einsitzer und im Doppelsitzer und Olympiasiegerin in der Team Staffel.“ Und nach dem erfolgreichen Abschneiden bei Olympia nutzt Vötter/Oberhofer den Rückenwind und trugen sich auch noch einmal in die Siegerliste ein. Dass dies beim Weltcuprennen auf der Natureisbahn in St. Moritz gelang, war das I-Tüpfelchen auf eine unvergessliche Saison.
Im EBERSPÄCHER Team Staffel Weltcup presented by BMW gewann Österreich erneut die Kristallkugel. Zwei Siege und vier zweite Plätze zeigen eine beeindruckende Konstanz. Davon war Deutschland entfernt. Zwei Siegen stehen zwei DNF – did not finish - entgegen. So blieb dem 13-maligen Gesamtsieger nur Platz drei hinter Lettland und nur knapp vor Polen.




