Slowakische Rodel-Gemeinschaft braucht unsere Unterstützung

Helcmanovce ist ein Name, den wohl viele in der internationalen Rodelgemeinschaft bislang nicht gehört haben. Das sollte sich jetzt ändern. Seit 65 Jahren ist dieses kleine slowakische Dorf Heimat eines Rodelclubs, dessen Beitrag zum Sport in keinem Verhältnis zu seiner Größe steht. Eine hölzerne Naturbahn mit Natureis im Winter war hier von 1976 bis zu den letzten Rennen im Jahr 1996 in Betrieb. In den Jahren danach hatten junge Rodlerinnen und Rodler aus Helcmanovce keine Möglichkeit mehr, zu Hause zu trainieren – sie übten ihre Technik auf behelfsmäßigen Forstwegen oder reisten nach Starý Smokovec, um Zugang zu einer Startrampe zu bekommen. Und doch hat der Club allen Widrigkeiten zum Trotz Olympioniken hervorgebracht: Veronika Sabolová, die bei drei Winterspielen antrat; Viera Gbúrová, die die Slowakei bei Sotschi 2014 vertrat; und weitere Athletinnen und Athleten, die den Namen Helcmanovce auf die internationalen Eisbahnen getragen haben.

So sieht, sagen wir: Basisrodeln, in weiten Teilen der Welt aus. Keine eigens errichtete Akademie, sondern ein kleiner Verein, eine Handvoll engagierter Trainerinnen und Trainer und junge Athletinnen und Athleten, die immer wieder antreten, obwohl ihnen fast nichts zum Trainieren zur Verfügung steht.

Jetzt hat der ŠKS Helcmanovce eine echte Chance, das zu ändern. Nach einem Regierungsbeschluss hat sich das slowakische Ministerium für Tourismus und Sport bereit erklärt, Finanzierungsmöglichkeiten für eine neue Kunstbahn für den Nachwuchs zu prüfen – nach dem Vorbild von Anlagen wie jenen im deutschen Ilmenau und Zwickau. Bevor jedoch Baugelder freigegeben werden können, braucht der Verein eine professionelle Machbarkeitsstudie mit präziser Streckengeometrie, erstellt von spezialisierten Ingenieurbüros mit Erfahrung im olympischen Bahnbau. Allein die Kosten für diesen ersten Schritt belaufen sich auf knapp 10.000 Euro – eine Summe, die der Verein und die Gemeinde aus ihren bestehenden Budgets nicht aufbringen können, ohne Training und Wettkampfteilnahme ihrer aktuellen jungen Athletinnen und Athleten zu gefährden.

Der ŠKS Helcmanovce hat eine Spendenkampagne gestartet, um diese ökonomische Lücke zu schließen, und die Vereinsführung – Vorsitzender Ľubomír Kuchár und Vize-Vorsitzender Rastislav Drajna – hat sich mit der Bitte um Unterstützung an uns gewandt.

Genau das ist der Moment, in dem die internationale Rodelfamilie zeigen kann, wofür sie steht. Unser Sport ist zahlenmäßig nicht groß, aber reich an Zusammenhalt. Jede Kunstbahn, jedes gut finanzierte nationale Programm fußt letztlich auf demselben Fundament: Vereinen wie ŠKS Helcmanovce, die den Sport dort am Leben erhalten, wo er so leicht verschwinden könnte. Wenn sich die Infrastruktur irgendwo auf der Welt verbessert – in einem kleinen slowakischen Dorf ebenso wie in einer Olympiastadt – profitiert der gesamte Sport davon. Neue Trainingskapazitäten bedeuten neue Athletinnen und Athleten, neue Wettkämpfe und eine tiefere, widerstandsfähigere Rodelgemeinschaft für alle.

Die FIL ermutigt nationale Verbände, Vereine und einzelne Mitglieder der Rodelgemeinschaft, die dieses Projekt unterstützen möchten, einen Beitrag zur Spendenkampagne von Helcmanovce in Erwägung zu ziehen.

Zur Spendenkampagne

 

https://www.youtube.com/watch?v=ivf2EMjS058

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