Cesana Pariol, Italien. Erwartungsgemäß belegen die deutschen Damen nach zwei von vier Läufen die Plätze eins bis drei. Die noch amtierende Olympiasiegerin Sylke Otto hat die Nase vorn, gefolgt von Silke Kraushaar und Tatjana Hüfner. Courtney Zablocki aus den USA aussichtsreich auf Rang vier.

In Anwesenheit des IOC-Präsidenten Dr. Jacques Rogge setzten die Damen am Montag das olympische Rennrodel-Programm in Cesana Pariol fort.
Erwartungsgemäß verschafften sich die beiden Deutschen Sylke Otto und Tatjana Hüfner schon im ersten Durchgang eine gute Ausgangsposition mit Rang eins und zwei. Hüfner hatte zunächst den von Silke Kraushaar aufgestellten Startrekord mit 4.33 Sekunden eingestellt und unterbot mit einem überzeugenden Lauf und einer Zeit von 47.109 auch noch den Bahnrekord von Sylke Otto. Lange hatte dieser jedoch nicht Bestand, denn als nächste Starterin stellte Otto mit 47.041 nicht nur die Bestzeit sondern auch den Bahnrekord erneut ein.
Pech hatten sowohl die Italienerin Anastasia Oberstolz-Antonova und Natalia Yakushenko aus der Ukraine. Beide zählten zu den wenigen, die nach Medaillen hätten greifen können. Stürze machten jedoch jede Aussicht auf einen Erfolg zunichte. Die Italienerin stürzte in der Kurven-Kombination 17 bis 19 und konnte den Lauf nicht zu Ende bringen – die bittere Folge: sie wurde auf der Startliste für den zweiten Lauf nicht mehr geführt. Yakushenko konnte sich nach einem Sturz wieder auf den Schlitten retten und den Lauf fortsetzen, eine Prellung am Arm verhinderte jedoch einen Start im zweiten Lauf.
Erfreulich die Platzierungen von Courtney Zablocki aus den USA auf Rang drei vor der Deutschen Silke Kraushaar, die mit Startnummer 12 bei anhaltendem Sonnenschein mit zusehens langsamer werdendem Eis zu kämpfen hatte. Im zweiten Lauf, der nach Sonnenuntergang und damit bei deutlich kälteren Temperaturen ausgestragen wurde, setzte Kraushaar mit einer Laufzeit von 46.860 und damit neuerlichem Bahnrekord neue Maßstäbe. Ihre Gesamtzeit von 1:33.861 unterbot Sylke Otto jedoch einmal mehr um 26 Hundertstel Sekunden und stellte mit 46.820 den Bahnrekord ein. Tatjana Hüfner konnte an ihre überzeugende Vorstellung aus dem ersten Lauf nicht anknüpfen. Nachdem sich ihre Handschuhkrallen am Start verhakt hatten, konnte sie ihre Pinguinschläge nicht richtig setzen und büßte wertvolle Zeit ein. Beachtlich, dass sie dennoch in der Addition beider Laufzeiten mit 1:34.378 auf Rang drei geführt wird. Courtney Zablocki brachte erneut einen beherzten Lauf ins Ziel und liegt vor dem dritten Durchgang mit 1:34.382 auf dem vierten Platz, gefolgt von den Österreicherinnen Sonja Manzenreiter und Veronika Halder.
Das deutlich schnellere Eis stellte einige Athletinnen vor unlösbare Probleme: Die Amerikanerin Samantha Retrosi stürzte in Kurve 16 schwer. Nach einer Untersuchung im Medical Center an der Bahn wurde bestätigt, dass sie nach dem Sturz und einer kurzen Bewußtlosigkeit eine leichte Gehirnerschütterung sowie Blessuren am Kinn und am linken Knie erlitten hat, sie jedoch bei vollem Bewußtsein und ihr Zustand stabil ist. Zu einer umfangreichen Untersuchung wurde sie ins Orthopädische Trauma Zentrum nach Turin gebracht.
Das Rennen wurde nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt. Ebenfalls nach einem Sturz ausgeschieden ist die Tschechin Marketa Jeriova.

Die Entscheidung fällt am Dienstag im dritten und vierten Lauf.

ZITATE

OTTO, Sylke (GER): Ich bin froh, dass ich wie in Salt Lake die ersten beiden Läufe sicher ins Ziel gebracht habe. Im oberen Teil hatte ich zwei kleine Fehler, aber ich habe dann nur versucht, mich lang zu machen und schnell zu sein. Unten bin ich recht gut gefahren. Ich hoffe, dass ich morgen zwei ähnliche Läufe anschließen kann. Ich muß auf jedenfall morgen angreifen. Drei Zehntel Vorsprung bedeuten gar nichts und jedem kann hier ein Fehler passieren.

KRAUSHAAR, Silke (GER): Ich kann mir keine Vorwürfe machen, ich hatte einen guten Start und der Lauf war auch in Ordnung, bis auf kleine Schnitzer bei der Ausfahrt aus Kurve 14. Trotzdem hatte ich eine riesen Wut im Bauch. Das Problem war, dass der Unterschied der Eis-Temperatur zwischen dem Training und dem ersten Lauf heute bei ungefähr zehn Grad lag und das macht eine Menge aus. Der Rückstand auf Sylke (Otto) ist schwer aufzuholen – wenn wir beide ohne größere Fehler durchkommen, sehe ich kaum eine Chance. Aber wir müssen abwarten, denn man hat bei Tatjana gesehen, was ein Fehler am Start bewirken kann. Ich fahre morgen voll auf Angriff, gebe vom Start bis unten alles und dann werden wir sehen, was dabei heraus kommt.

HÜFNER, Tatjana (GER): Meine Krallen hatten sich verhakt - dadurch konnte ich die Pinguine nicht richtig setzen. Der Schlitten ist vollkommen aus der Spur gekommen, hat sich quer gestellt und das kostet natürlich viel Zeit. Morgen ist natürlich auch noch ein Tag, aber die anderen sind ja nun doch schon relativ weit weg – wir werden sehen. Ich schaue nach vorne und konzentriere mich darauf, zwei gute und stabile Läufe ins Ziel zu bringen.

ZABLOCKI, Courtney (USA): Es ist gut gelaufen, ich bin zufrieden. Morgen stehen zwei weitere Läufe an – ich werde mein Bestes geben. Im ersten Lauf habe ich die Kurve sieben etwas zu spät erwischt, im zweiten ging es mir in (den Kurven) drei, vier und fünf ähnlich. Der Kampf um die Medaillen wird hart werden.

Foto (c) Nancie Battaglia

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