Königssee (pps) Neulich wurde Armin Zöggeler gefragt, ob es angesichts seiner vielen Erfolge nicht langsam an der Zeit sei, die silberne Farbe seines Sturzhelms in Gold zu verändern. „Nein“, antwortete der Olympiasieger, Welt- und Europameister mit Bestimmtheit: „Das kommt nicht in Frage, der silberne Helm ist mein Markenzeichen und bleibt es auch.“

Zum vierten Mal nach 1998, 2000 und 2001 sicherte sich der „beste Rennrodler der Gegenwart“, wie Zöggeler von Dauerkonkurrent Georg Hackl stets respektvoll genannt wird, in diesem Winter im Viessmann-Weltcup den Titel als beständigster Rennrodler der Saison. Nur der 2002 zurückgetretene Österreicher Markus Prock, der zehnmal die Weltcup-Saisonwertung gewann, siegte häufiger als der 30 Jahre alte Südtiroler.

Diese Rekordmarke scheint zwar außerhalb der Reichweite von Zöggeler, doch den Rekord von 33 Weltcup-Siegen möchte der Polizist aus Lana Foiana angreifen. „In den nächsten Jahren ist es mein Ziel, Rekordsieger im Weltcup zu werden.“ Bis zu den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 möchte Zöggeler dem Rennsport auf zwei Kufen treu bleiben.
Angefangen hatte für Zöggeler alles im Herbst 1988 am Junioren-Start der Olympiabahn von Igls: Seine Eltern hatten den damals 14 Jahre alten Naturbahnrodler an die österreichische Kunsteisbahn verfrachtet. Fortan ließ ihn die Eisröhre nicht mehr los. Es ist wohl Ironie des Schicksals, dass Zöggeler auf allen Eisbahnen dieser Welt schon mindestens ein Rennen gewonnen hat – nur in Igls stand er noch nie ganz oben auf dem Sieger-Treppchen. „Diese Bahn liegt mir einfach nicht“, sagt Zöggeler.

Wenigstens gelang in diesem Winter eine kleine Versöhnung mit Igls: Ausgerechnet auf der ungeliebten Bahn am Fuße des Patscherkofels erklomm Zöggeler mit Rang zwei den Thron und stand schon vor dem Finale am Königssee als Weltcup-Gesamtsieger fest. „Dieser Titel bedeutet mir sehr viel, gerade auf dieser Bahn“, gestand Zöggeler in Igls.

Das Geheimnis des Erfolges von Armin Zöggeler erläutert Georg Hackl, der immerhin dreimal Olympia-Gold gewann und ebenso oft Weltmeister war. „Der Armin“, sagt Georg Hackl, „ist ein Allrounder. Sein Schlitten ist bei allen Witterungsbedingungen und auf allen Bahnen gleich schnell. Ich dagegen benötige gewisse Temperaturen, um sehr schnell zu sein.“ Während Armin Zöggeler nie über sein Material spricht („Das mache ich grundsätzlich nicht“), ist es kein Geheimnis, dass Hackl klirrende Kälte bevorzugt: „Wenn der richtige Winter da ist, bin ich auch wieder vorne mit dabei.“

Kurzporträt Armin Zöggeler

Geboren: 4. Januar 1974 – Wohnort: Lana Foiana – Beruf: Polizist – Hobbys: Musik, Autos, Natur. – Größte Erfolge: Olympiasieger 2002 (Salt Lake City), Olympia-Zweiter 1998 (Nagano), Olympia-Dritter 1994 (Lillehammer); Weltmeister 1995 (Lillehammer), 1999 (Königssee), 2001 (Calgary), 2003 (Sigulda); Europameister 2004 (Oberhof); Weltcup-Gesamtsieger 1998, 2000, 2001 und 2004.

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