Wer die Weltcup-Qualifikation in Deutschland nicht schafft, der hat für Olympia keine Chance

Tobias Arlt Olympiavorbereitung

Berchtesgaden (FIL) Seit dem Olympia-Debüt des Rennrodelns, 1964 in Innsbruck, wurden 48 Olympische Goldmedaillen vergeben. Ganze 34 davon, also rund 70 Prozent, wurden von deutschen Rennrodlerinnen und Rennrodlern (GER, DDR und BRD) gewonnen. Nach der Wiedervereinigung der Teams von DDR (Deutsche Demokratische Republik) und BRD (Bundesrepublik Deutschland) holte die Gesamtdeutsche Olympia-Mannschaft bei acht Olympischen Winterspielen, seit 1992 in Albertville (FRA), 18 Gold, zehn Silber und neun Bronzemedaillen.

Johannes Ludwig Starttraining

Ab dem 4. Februar 2022 stehen nun die XXIV. Olympischen Winterspiele in Peking (CHN) an. Team Deutschland bereitet sich auf eine außergewöhnliche Olympiasaison vor. Der deutsche Rennrodel-Cheftrainer Norbert Loch lässt sein Nationalteam mit einem neuen Qualifikationssystem in die Olympiasaison starten. Die Medaillengewinner der Weltmeisterschaften 2021 sind erstmals nicht für das Weltcupteam gesetzt. Auch sie müssen vier interne Selektionsrennen auf drei deutschen Bahnen bestreiten und sich für das Team qualifizieren. Aus dem Weltcup-Team wird dann die Olympiamannschaft gebildet.

Norbert Loch berichtet: „Wir wollen das Niveau der Weltcupqualifikation hoch halten, daher haben wir erstmals niemanden für einen Startplatz gesetzt. Wir hätten bei den Damen auf Grund der WM-Ergebnisse schon drei Startplätze von vier belegt, bei den Doppelsitzern wären zwei von drei Plätzen bereits vergeben und bei den Herren ist es ein Startplatz. Das wäre gegenüber den nicht Medaillen-Gewinnern der WM 2021 schwierig. Ich bin überzeugt, dass sich die Top-Athletinnen und Athleten der letzten Jahre auch in der Qualifikation für diesen Winter durchsetzen werden. Wir möchten aber das Vertrauen allen gegeben“.

Julia Taubitz Räderschlitten

Traditionell bereiten sich die Stützpunkte in Deutschland individuell auf die Saison vor. Auch vor dem kommenden Olympiawinter gab es nur zwei zentrale Startlehrgänge. Cheftrainer Loch berichtet: „Wir sind verletzungsfrei und coronafrei durch den Sommer gekommen und haben einen sehr guten Vorbereitungsstand, auch bei den nachrückenden Athletinnen und Athleten“.

Am 29. September reiste das komplette Nationalteam zum ersten Trainingslehrgang auf Eis ins norwegischen Lillehammer. Danach bleibt das Team zur Vorbereitung und für die Qualifikationsrennen in Deutschland.

Tobias Wendl Athletiktraining

„Internationale Reisetätigkeit sparen wir uns erst einmal. Wir fahren die Saisonvorbereitung und alle Qualifikationsrennen in Deutschland. Ich hoffe natürlich, dass das in Oberhof zum 11. Oktober, auf Grund der großen Umbaumaßnahmen, auch klappt. Dass Königssee ausgefallen ist, tut uns in der Vorbereitung schon sehr weh. Hoffentlich können wir dann in Oberhof rodeln. Das wäre schon sehr wichtig“, sagt Norbert Loch.

Nach dem vierten und letzten Qualifikationsrennen am 28. Oktober in Winterberg wird das Weltcupteam aus vier Damen, drei Doppelsitzern und fünf Herren nominiert. Dieses Team wird zur Internationalen Trainingswoche und zum Weltcupauftakt nach China fliegen. Norbert Loch bringt es auf den Punkt: „Es wird eine richtig harte Saison. Wer im Weltcup nicht dabei ist, der fährt auch nicht zu Olympia. Das entscheidet sich schon im Herbst. Für die anderen läuft die Qualifikation erst einmal weiter“.

Robin Geueke und David Gamm

Nach dem Auftakt zum EBERSPÄCHER Rennrodel Weltcup auf der neuen Olympiabahn im Yanqing National Sliding Center in China, fliegen die internationalen Rennrodel-Teams als Gruppe gemeinsam im Charterflug nach Russland. In Sochi werden dann vom 26. bis 28. November und vom 3. bis 5. Dezember 2021 die Weltcups Nummer zwei und drei ausgetragen. Norbert Loch sagt dazu: „Wir hatten uns auf Whistler und Lake Placid als Weltcuporte eingestellt. Sportpolitisch konnte die Entscheidung für Nordamerika, in der Kürze der Zeit und unter unsicheren Bedingungen in der Planung rund um die Covid-19 Reisebestimmungen, nicht getroffen werden. Dafür habe ich volles Verständnis. Die Gesundheit und Sicherheit der gesamten FIL-Blase muss immer an erster Stelle stehen! Ich freue mich jetzt sehr auf Sochi. Wir möchten uns als Team gesamt stark präsentieren und uns für das doch schwache Abschneiden bei der WM 2020 rehabilitieren“.

Die Olympia-Qualifikation der deutschen Rennrodel Nationalmannschaft wird dann mit dem sechsten EBERSPÄCHER Weltcup in Winterberg, am 2. Januar 2022 abgeschlossen sein. Cheftrainer Norbert Loch bekräftigt dieses Ziel: „Wir haben sieben Qualifikationsrennen für die Olympiamannschaft, davon zwei auf der Olympiabahn in Peking. Nach dem sechsten Weltcup in Winterberg möchte ich mit der Olympianominierung fertig sein“!

Starttraining BSD Germany

Spannend wird es allemal im Deutschen Team und international, die Konkurrenz ist groß! Norbert Loch bringt es auf den Punkt: „Es wird sehr spannend, weil die große Frage ist: wer wird zum Schluss die Nummer Eins sein? Aus meiner Sicht können zwölf Herren, sechs Frauen und sechs Doppel in den Medaillenbereich eingreifen. Jeder von ihnen kann zum Schluss mit Olympiagold ganz oben stehen und das macht es so spannend! Die Top-Leute, die bei Olympischen Spielen ganz oben stehen, werden diejenigen sein, die sich am Schnellsten an die gegebenen Bedingungen anpassen und sich somit dort durchsetzen können.

Hier geht es zum Video des Deutschen Rennrodel Nationalteams in Vorbereitung auf Peking 2022: https://youtu.be/AOcytz9aF9Y

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