WM-Vorschau: Ein halbes Dutzend Titelanwärter im Herren-Einsitzer

Kindl

Innsbruck (RWH) Ein verunsicherter Titelverteidiger, zwei bärenstarke Russen, ein unberechenbarer US-Boy, ein aussichtsreicher Außenseiter und ein ambitionierter Lokalmatador: Gleich einem halben Dutzend Herren darf man bei den 47. Weltmeisterschaften des Internationalen Rennrodelverbandes (FIL) im Olympia-Eiskanal von Innsbruck den Titel oder zumindest eine Edelplakette zutrauen. Die Titelaspiranten heißen Felix Loch (GER), Semen Pavlichenko (Foto, links) und Roman Repilov aus Russland, Tucker West (USA) als Sieger von Lake Placid und Whistler sowie Dominik Fischnaller (ITA) und Wolfgang Kindl aus Österreich.

Doch der Reihe nach: Seit seinem Premieren-Gold als 18-jährigem Jüngling führte beim Saisonhöhepunkt kein Weg an Felix Loch vorbei. Zwei olympische Goldmedaillen, fünf WM-Titel und dazu noch zwei Mal Silber sammelte der heute 27-Jährige inklusive des goldenen WM-Auftakts im Jahr 2008 seither ein. Doch nun sagt Felix Loch selbstkritisch: „Erstmals seit neun Jahren bin ich diesmal wohl nicht der Topfavorit.“

Gerade mal ein Saisonsieg im vorolympischen Winter steht beim Seriensieger der vergangenen Jahre zu Buche. Und dieser eine Erfolg sprang auch nicht in der olympischen Disziplin „Herren-Einsitzer“ heraus, sondern „nur“ im BMW Sprint-Weltcup gleich zum Saisonauftakt in Winterberg. „Anscheinend habe ich ein Abonnement auf vierte und fünfte Plätze in diesem Winter“, sagt Loch, aktuell nur Vierter der Gesamtwertung.

Vor ihm liegen der Österreicher Wolfgang Kindl („Mein Ziel ist ganz klar eine WM-Medaille“) und an der Spitze die beiden Russen Roman Repilov und Semen Pavlichenko. Der eine, nämlich Repilov, gewann in Park City und den Sprint in Sigulda, der andere siegte am Königssee, zugleich auch EM-Gold, und zuletzt in Sigulda. „Ich sehe mich schon als Titelanwärter“, sagte der 25 Jahre alte Pavlichenko selbstbewusst. „Ich mag die Bahn in Innsbruck, gewann dort immerhin schon Silber bei der Junioren-WM.“ Das war vor sieben Jahren, im Vorjahr landete der Olympia-Fünfte von Sochi in Innsbruck auf Rang acht. Sein Landsmann Repilov, inzwischen zweimaliger Junioren-Weltmeister, wurde im November 2015 Fünfter auf der Olympiabahn von 1976.

Damals feierte der Südtiroler Dominik Fischnaller seinen zweiten Erfolg im Viessmann-Weltcup. In diesem Winter erlebt der 23 Jahre alte Südtiroler eine regelrechte Berg- und Talfahrt in den Ergebnislisten. Da steht dem Sieg im BMW Sprint-Weltcup von Park City der 31. Platz und damit letzte Platz von Sigulda gegenüber. „Vergesst den Dominik nicht, der fährt in Innsbruck immer gut“, warnt Wolfgang Kindl (Foto, rechts) dennoch.

Der Lokalmatador ist von allen Titelaspiranten der Konstanteste, auch wenn ein Einzel-Erfolg bislang verwehrt blieb. Aber nur drei von bislang neun Veranstaltungen beendete der WM-Dritte des Vorjahres nicht auf dem Siegerpodest. Ürigens: Vor 30 Jahren gewann Markus Prock  damals bei der Heim-WM in Innsbruck seinen ersten Titel.

 

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