Ziel erreicht: Gold für Julia Taubitz
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Cortina (FIL/10.02.2026) Julia Taubitz hat ihr Ziel erreicht: Gold im Wettbewerb der Damen im Cortina Sliding Centre. Mit vier konstanten Läufen, einer davon mit Bahnrekord, siegte die 29-jährige Deutsche in 3:30,625 Minuten sehr souverän. Sie dominierte diesen Wettkampf geradezu. 0,918 Sekunden betrug ihr Vorsprung auf Platz zwei. „Ich konnte jeden Lauf genießen“, beschrieb sie den Wettkampf, „vor dem letzten Lauf war ich tatsächlich noch einmal ein bisschen nervös. Aber ich habe alles genossen.“ Und dann kam noch der Nachsatz, der typisch ist für Julia Taubitz: „Es war der geilste Tanz in meinem bisherigen Leben.“
Schon bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking war die achtfache Weltmeisterin als Favoritin ins Rennen gestartet, nach Bahnrekord in Durchgang eins im zweiten Lauf jedoch gestürzt. Statt eine Medaille zu gewinnen, wurde sie lediglich Siebte. „Ein Traum war geplatzt“, sagte sie damals. Doch in Cortina d’Ampezzo hat sich dieser Traum für die fünfmalige Gewinnerin des Gesamtweltcups erfüllt. „Die letzten vier Jahre waren nicht immer leicht“, erzählte sie, „aber es hat sich alles ausgezahlt.“
Allerdings hatte sie mit einem wesentlich engeren Rennen gerechnet. Doch ihre Teamkollegin Merle Fräbel, die nach zwei Durchgängen lediglich 61 Tausendstelsekunden langsamer war, patzte beim Start zu Lauf drei. Nach den vier Paddelschlägen hat die 22-Jährige beim Hinlegen ihren Schlitten verrissen, schlug zuerst rechts, dann links in die Bande. Damit war aller Schwung dahin. „Ich weiß nicht, warum der Schlitten am Start so sensibel reagiert hat“, suchte sie nach einer Erklärung. Sie fiel mit einer Laufzeit von 54,144 Sekunden auf Platz zehn zurück. Mit einem Lauf in 52,779 Sekunden konnte sie sich noch auf die achte Position verbessern. 1,547 Sekunden betrug ihr Rückstand auf ihre siegreiche Teamkollegin Taubitz.
Fräbels Pech war Elina Botas Glück. Die 24-jährige Lettin holte sich in 3:31,534 Minuten die Silbermedaille. Dabei profitierte sie wieder von ihrem guten Start, den in allen vier Läufen erzielte sie die beste Startzeit. Es war die insgesamt erst sechste Medaille von Lettland bei Olympischen Spielen, die zweite Silberne. Umso stolzer war Lettlands Staatspräsident Edgars Rinkevic, als er Bota zu deren Leistung gratulierte. „Die Medaille ist unheimlich schwer“, sagte sie nach der Siegerehrung, „ich bin so glücklich und genieße den Moment.“
Bronze ging an die US-Amerikanerin Ashley Farquharson. Ihr Rückstand auf Siegerin Taubitz betrug 0,957 Sekunden. Sie hatte schon beim Testwettbewerb im November bewiesen, dass ihr die Bahn in Cortina liegt, als sie Vierte geworden war.
Dahinter folgt ein Duo aus Italien: Verena Hofer (1,020 Sekunden Rückstand) wurde Vierte vor Sandra Robatscher (1,107). Anna Berreiter, 2022 Gewinnerin der Silbermedaille, folgt mit 1,385 Sekunden Rückstand vor Lisa Schulte. Der Österreicherin, Führende im Gesamtweltcup, fehlten 1,437 Sekunden. „Die Laufqualität war nicht ganz so wie ich es mir gewünscht habe“, erklärte sie sichtlich enttäuscht, „auch der Speed in der Bahn hat gefehlt.“




