Vorschau 7. EBERSPÄCHER Rennrodel-Weltcup in Oberhof: Weltelite der RennrodlerInnen zum zweiten Mal in Thüringen

Oberhof 2020

Oberhof (FIL) Die Weltelite der Rennrodler*innen macht diesen Winter zum zweiten Mal Station in Thüringen. Zuletzt vor einem Monat, beim 3. EBERSPÄCHER Rennrodel-Weltcup vom 11. bis 13. Dezember 2020, rodelten die Athleten*innen aus fünf verschiedenen Nationen auf das Podium. Die Siege allerdings gingen an die Lokalmatadore Dajana Eitberger, Toni Eggert/Sascha Benecken und Felix Loch.
Nach dem 6. Saisonweltcup und den Europameisterschaften im lettischen Sigulda, kehrt die Weltcup-Bubble, mit den Europameistern des Jahres 2021 Tatyana Ivanova (RUS), Felix Loch (GER) und den Brüdern Andris und Juris Sics (LAT) zurück nach Thüringen. Vom 15. bis 17. Januar 2021 werden am Rennsteig 44 Damen, genauso viele Herren im Einsitzer und 28 Doppelsitzer aus gesamt 21 Nationen beim 7. Rennrodel-Weltcup der Saison an den Start gehen.
Der Kampf um die große Kristallkugel im EBERSPÄCHER Weltcup 2020/21 geht ab sofort ins letzte Drittel und damit in die entscheidende Phase. Nach Oberhof stehen nur mehr die zwei Weltcups (davon ein Sprint-Rennen) in Innsbruck (Österreich) und das Finale in St. Moritz (Schweiz) auf dem Saisonkalender des Internationalen Rennrodelverbandes FIL.

Ceremony Ladies Oberhof 2020

Die meiste Spannung verspricht die Weltcup-Entscheidung bei den Frauen. Ein deutsches Trio führt die Gesamtwertung vor dem kommenden Wochenende in Oberhof an. Dabei trennen die siebenmalige Saisonsiegerin Natalie Geisenberger, seit dem zweiten Weltcup im gelben Trikot, nur 29 Punkte von Vorjahressiegerin Julia Taubitz (651 Weltcuppunkte). Dajana Eitberger folgt mit 479 Zählern auf Rang drei des aktuellen Weltcup-Rankings. Bei den Männern konnte Seriensieger Felix Loch bisher sieben der acht Weltcuprennen für sich entscheiden. Mit aktuell 755 Wettcuppunkten liegt der dreifache Olympiasieger immerhin schon 250 Zähler vor seinem Teamkollegen und Kontrahenten Johannes Ludwig. Auf Rang drei, mit 461 Punkten, folgt der Italiener Dominik Fischnaller. Im Doppelsitzer rodeln die Österreicher Thomas Steu und Lorenz Koller seit dem Weltcupauftakt Ende November zu Hause in Innsbruck im gelben Trikot. Mit 641 Weltcuppunkten verzeichnen die beiden Tiroler schon einen beachtlichen Vorsprung auf die deutschen Verfolger-Duos Toni Eggert / Sascha Benecken (585 Punkte) und Tobias Wendl / Tobias Arlt (548 Zähler).

Die Rennschlittenbahn in Oberhof wurde über den Sommer einer Betonsanierung mit teilweisen Höhenreduzierungen der Kurven und Betonprofil-Anpassungen unterzogen. Die Anlage ist derzeit noch eine Baustelle, daher werden nur die drei Disziplinen Damen und Herren Einsitzer sowie Doppelsitzer gefahren. Eine Team-Staffel oder ein Sprint-Weltcup sind bei der 7. Station zum EBERSPÄCHER Weltcup in Oberhof nicht geplant. Im Sommer 2021 gehen die umfangreichen Baumaßnahmen in Oberhof, schon im Hinblick auf die 51. FIL Rennrodel Weltmeisterschaften im Jahr 2023, weiter.
Ab Mittwoch, 13. Januar 2021 starten die offiziellen Trainingsläufe für die Weltcuprennen am Wochenende. Gleichzeitig findet diese Woche in Oberhof auch der IBU Biathlon-Weltcup statt.

Aktuelle Statements aus der Pressekonferenz vom 12.01.2021 (TSBV/BSD):

Julia Taubitz, Königssee 2021

Julia Taubitz: „Um stabil in der Weltspitze zu fahren, muss ich definitiv weiter an meiner Startleistung arbeiten. Meine athletischen Werte sind eigentlich ganz gut, aber ich kann die Technik noch nicht ganz so anwenden. Da fehlt es noch ein bisschen und da müssen wir im nächsten Jahr noch dran arbeiten, damit da noch mehr Routine reinkommt und ich zu den Wettkämpfen die Topstarts abrufen kann. Ich denke nicht, dass ich die Startrakete schlechthin werde, aber ich muss den Abstand zur Weltspitze auf jeden Fall verringern. Was mein Verhältnis zur Bahn in Oberhof betrifft, so hat es sich ehrlich gesagt trotz Umbau nicht wirklich verbessert. Mal sehen, wie die Woche läuft. Bisher war es noch nicht so angenehm für mich. Ich weiß, worauf ich achten muss und ich möchte wirklich gerne hier rodeln und die Bahn bezwingen und zum Rennen zwei schöne Läufe ins Ziel bringen. Ich denke mit genug Konzentration, bekomme ich das auch hin.“

Johannes Ludwig, Sigulda 2021

Johannes Ludwig: „Ich bin mittlerweile schon viele Jahre in dem Geschäft dabei und habe auch schon viele Hochs und Tiefs erlebt. In den letzten Jahren hat sich, besonders auch durch die Geburt meiner Kinder, in meinem Kopf etwas verändert. Ich würde sagen, dass ich den Sport schon wichtig nehme und professionell arbeite, aber er ist nicht mehr das Allerwichtigste. Es gibt andere Prioritäten im Leben und das hat mich geerdet und mir gleichzeitig dabei geholfen, stärker und konstanter in den letzten Jahren zu werden. Ich denke, dass ich keinem mehr etwas beweisen muss, wenngleich ich doch auch gerne noch mehr Einzelerfolge einfahren möchte. Ich bin am Start sehr gut - da muss ich meine Grundlage legen, weil ich eher einer der leichteren Athleten bin und dann im Verlauf der Bahn eher Nachteile habe. Das gelingt mir trotz meines 'höheren' Alters immer noch gut. Ich bin immer wieder erstaunt, dass ich die Jüngeren hier in Schach halten kann. Im Hinblick auf Felix‘ Dominanz war ich auf einigen Bahnen bereits in Reichweite, sodass es nicht ganz unmöglich erscheint, ihn zu schlagen. Aber er fährt gerade auf einem Niveau, das seinesgleichen sucht und hat zurzeit einfach einen Flow. Das wird schon schwer, an ihm vorbeizukommen, aber ich versuche, durch meine Konstanz und meine Stärken am Start immer wieder in Reichweite zu bleiben und vielleicht in dem entscheidenden Moment dann zuzuschlagen. In Oberhof erscheint es möglich, im Dezember hatte ich einen Rückstand von neun Hundertstel, den ich aber selbst verfahren habe.“

Eggert / Benecken, Sprint, Winterberg 2020

Toni Eggert: „Jedes Rennen, das wir jetzt noch haben, ist sehr wichtig und wertvoll für den Gesamtweltcup, weil wir punktetechnisch einfach noch hinten liegen. Wir brauchen Rennen, um diesen Rückstand aufholen zu können, und Oberhof ist da besonders gut für uns. Wenn alles nach Plan läuft, haben wir auf unserer Heimbahn doch bessere Karten als das zurzeit in Führung liegende Doppel  Steu/Koller. Unser Anspruch ist immer, dass wir ganz vorne sein wollen, aber es sind jedes Mal andere Voraussetzungen wie Wetter, Bahnprofil etc. Wir sind nach wie vor sehr viel am Ausprobieren, gerade im Hinblick auf die WM und die Olympischen Spiele 2022. Wir hatten dieses Jahr leider kaum Vorbereitung, und irgendwann muss man mal Sachen ausprobieren und testen und das machen wir momentan im Weltcup-Training. Das ist für manches Wettkampfergebnis zwar nichtrecht förderlich, aber unterm Strich sind solche Fahrten einfach wichtig für die Zukunft. Bisher hatten wir noch kein Training auf der neuen Oberhofer Bahn; sie soll zwar gut stehen, aber das ist immer relativ zu betrachten. Es wäre zudem sehr vermessen, zu sagen, dass wir den zweiten Oberhof-Weltcup auch gewinnen werden, nachdem wir den ersten im Dezember schon gewonnen haben.“

Eggert / Benecken, Oberhof 2020

Sascha Benecken: „Jedes Mal, wenn die Ampel auf Grün umschaltet, sind wir gewillt, das Beste aus
uns rauszuholen. Wenn wir hundert Prozent abrufen können, sind wir meistens auch in der Lage, gewinnen zu können. Um nichts anderes wird es auch diese Woche in Oberhof gehen, weil wir Punkte gutmachen bzw. aufholen müssen Richtung Gesamtweltcup. Es wird auch ohne die Pandemie schwer genug in den nächsten Wochen. Es war alleine gestern schon schwer, als wir von Salzburg nach Oberhof gefahren sind und ich in Suhl tanken mussten. Ich wohne genau zwei Minuten entfernt und das Wissen, jetzt nicht einfach zu meiner Familie fahren zu können und in Oberhof in die Kaserne ziehen zu müssen, war hart. Da fragt man sich dann schon, was man hier so treibt. Schlussendlich haben wir uns dennoch auf diese Saison gut vorbereitet und wir können sehr froh sein, Weltcup-Rennen bestreiten zu dürfen. Man muss es zurzeit eben nicht nur als Berufung, sondern wirklich als Beruf betrachten.“

 

Zeitplan 7. EBERSPÄCHER-Weltcup 2020/21 in Oberhof:

Kendija Aparjode, Weltcup Oberhof 2020

Freitag / Friday, 15.01.2021
09:00 Nationencup / Nations Cup, anschl. Siegerehrung / Award Ceremony
14:30 Training Gesetztengruppe / Training seeding-group

Samstag / Saturday, 16.01.2021
09:00 1. Rennlauf Herren / 1st run Men's singles
10:45 2. Rennlauf Herren / 2nd run Men's singles
12:30 1. Rennlauf Doppelsitzer / 1st run Doubles
13:50 2. Rennlauf Doppelsitzer / 2nd run Doubles

Sonntag / Sunday, 17.01.2021
10:05 1. Rennlauf Damen / 1st run Women's singles
11:30 2. Rennlauf Damen / 2nd run Women's singles

Änderungen vorbehalten!


Auf Grund der aktuellen Coronavirus-Pandemie sind keine Zuschauer an der Rennschlittenbahn in Oberhof und zu allen EBERSPÄCHER Rennrodel-Weltcups 2020/21 zugelassen. Die Trainingsläufe am Mittwoch und Donnerstag werden vom deutschen Verband über BSD-TV im Livestream übertragen unter:
https://www.bsd-tv.de/  bzw. https://www.bsd-tv.de/#/livestream/oberhof  

Alle Weltcup-Rennen können im FIL-Livestream (in Deutschland, Lettland und den USA teilweise geogeblockt) verfolgt werden unter: https://video.fil-luge.org/index.html

Informationen zu den internationalen Athletinnen und Athleten findet man im FIL-Mediaguide online https://www.fil-luge.org/cdn/uploads/fil-medienguide-2020-2021-web.pdf

Link zum internationalen Regelwerk (IRO) und zu den Olympia-Qualifikationskriterien für Peking 2022 https://www.fil-luge.org/de/regelwerk/regelwerk-kunstbahn

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