Cortina im Fokus: Olympische Bühne für den Rodelsport in Mailand Cortina 2026
Cortina (FIL/30.01.2026) Vom 6. bis 22. Februar 2026 blickt die Welt des Wintersports nach Norditalien: Bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 kämpfen rund 3.500 Athletinnen und Athleten aus rund 90 Nationen in 116 Wettbewerben um olympisches Edelmetall. Für den Rodelsport steht dabei Cortina d’Ampezzo im Mittelpunkt. In der traditionsreichen Dolomitenstadt kehrt das olympische Eiskanal-Erbe auf die große Bühne zurück – mit hochkarätigen Wettkämpfen im Rennrodeln, Bob und Skeleton. Während die Spiele erstmals auf zahlreiche Austragungsorte in ganz Norditalien verteilt sind, wird Cortina erneut zum Herzstück des Eiskanalsports und zu einem der symbolträchtigsten Schauplätze der Olympischen Winterspiele 2026.
Sieben Wettbewerbe gibt es bei den Olympischen Winterspielen 2026 mehr als in Peking 2022. Mit dem Skibergsteigen feiert eine neue Sportart ihre olympische Premiere, inklusive Sprint-Wettbewerben für Frauen und Männer sowie einem Mixed-Rennen. Zudem erweitern neue Entscheidungen wie Damen Doppelsitzer im Rodeln, der Großschanzenwettbewerb im Skispringen der Frauen oder der Mixed-Teamwettbewerb im Skeleton das Programm.
Im Rodeln werden 106 Startplätze vergeben: jeweils 25 Frauen und 25 Männer im Einsitzer, elf Damen Doppel sowie 17 Herren Doppel.
Rennrodeln bei Olympia: Der Medaillenspiegel seit 1964
Der Olympische Medaillenspiegel im Rennrodeln - seit seinem Debüt 1964 bis zu den Spielen 2022 - zeigt eine klare historische Dominanz Deutschlands. Addiert man die Erfolge der vereinigten deutschen Mannschaft (GER) und der ehemaligen deutschen Mannschaften (DDR und BRD), ist Deutschland mit Abstand die erfolgreichste Nation im olympischen Rennrodeln. Deutschland führt mit 87 Medaillen (38 Gold-, 26 Silber- und 23 Bronzemedaillen), gefolgt von Italien mit 18 (7 Gold-, 4 Silber- und 7 Bronzemedaillen) und Österreich mit 25 (6 Gold-, 10 Silber- und 9 Bronzemedaillen).
Das Gastgeberland Italien liegt auf dem zweiten Platz vor Österreich, das über Jahrzehnte hinweg in allen Disziplinen – Damen, Herren, Doppel und Team Staffel – regelmäßig Medaillen gewonnen hat.
Weitere Podestplätze gingen unter anderem an Athleten aus der ehemaligen Sowjetunion, den Vereinigte Staaten, Lettland und Kanada, meist durch einzelne Ausnahmesportler oder starke Generationen. Insgesamt unterstreicht der Medaillenspiegel die herausragende Stellung der traditionellen Rodelnationen, insbesondere Deutschlands, das den olympischen Rennrodelsport über mehr als fünf Jahrzehnte nachhaltig geprägt hat.
Herren Einsitzer: Legenden auf Kufen: Herren Einzel als olympische Königsklasse
Der Herren-Einsitzer zählt seit der Premiere des Rennrodelns bei den Olympischen Winterspielen 1964 zu den traditionsreichsten Disziplinen – und wird bis heute von einer außergewöhnlichen Konstanz einzelner Athleten und Nationen geprägt. Erfolgreichster Rodler der olympischen Geschichte ist Georg Hackl (FRG/GER) mit insgesamt fünf Medaillen, darunter drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Der „Hackl Schorsch“ setzte über drei Olympische Spiele hinweg Maßstäbe und gilt als eine der prägendsten Figuren des Sports.
Auf Rang zwei der ewigen Bestenliste folgt Armin Zöggeler (ITA). Der Südtiroler gewann bei sechs Teilnahmen an Olympischen Spielen insgesamt sechs Medaillen (zwei Gold, eine Silber, drei Bronze) und ist damit einer der konstantesten Olympioniken der Wintersportgeschichte. Mit seinen Erfolgen machte er den Herren-Einsitzer zu einer der populärsten Disziplinen in Italien.
Ebenfalls zweifacher Olympiasieger ist Felix Loch (GER), der zwei Goldmedaillen gewann und sich bereits früh in die Riege der großen Namen einreihte. Weitere Olympiasieger im Herren-Einsitzer sind Paul Hildgartner (ITA), Thomas Köhler (GDR), Johannes Ludwig (GER), Jens Müller (GDR/GER) sowie David Gleirscher (AUT), die jeweils eine Goldmedaille erringen konnten.
Auch zahlreiche Athleten ohne Olympiasieg haben mehrfach Edelmetall gewonnen. Besonders hervorzuheben sind Markus Prock (AUT) mit zwei Silber- und einer Bronzemedaille sowie Albert Demtschenko (RUS) mit zwei Silbermedaillen. Darüber hinaus finden sich viele Namen mit einzelnen Silber- oder Bronzemedaillen, darunter Rodler aus Deutschland, Österreich, Italien, den USA, Lettland sowie der ehemaligen Sowjetunion.
Die Olympia-Statistik im Herren-Einsitzer unterstreicht die langjährige Dominanz Deutschlands (inklusive FRG und GDR), ergänzt durch starke Generationen aus Italien und Österreich sowie einzelne Ausnahmesportler aus weiteren Nationen. Über Jahrzehnte hinweg zeigt sich der Herren-Einsitzer als Disziplin, in der Erfahrung, Technik und Konstanz auf olympischem Niveau den Ausschlag geben.
Olympische Disziplin seit: 1964
Erfolgreichster Athlet: Georg Hackl (GER) → 3× Gold, 2× Silber
Meiste Medaillen insgesamt: Armin Zöggeler (ITA) → 6 Medaillen (2× Gold, 1× Silber, 3× Bronze)
Aktive Mehrfach-Olympiasieger: Felix Loch (GER) – 2× Gold
Erfolgreichste Nation: Deutschland
Weitere Goldnationen: ITA, AUT
Olympische Erfolgsgeschichte im Damen Einsitzer: Deutsche Dominanz seit 1964
Seit der Einführung des Damen-Einsitzers bei den Olympischen Winterspielen 1964 wird diese Disziplin klar von Athletinnen aus dem deutschsprachigen Raum geprägt. Erfolgreichste Rennrodlerin der Olympia-Geschichte ist Natalie Geisenberger (GER) mit insgesamt vier olympischen Medaillen, darunter drei Goldmedaillen und eine Bronzemedaille. Damit ist sie die erfolgreichste Athletin im Damen-Einsitzer bei Olympischen Spielen.
Ebenfalls mehrfaches Olympiagold gewannen Steffi Martin-Walter (GDR) und Sylke Otto (GER), die jeweils zwei Goldmedaillen im Einsitzer erringen konnten. Beide prägten ihre Epochen maßgeblich und stehen bis heute in den Geschichtsbüchern des Rennrodelns.
Mit jeweils einer Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille gehören Tatjana Hüfner (GER) und Silke Kraushaar (GER) zu den konstantesten Olympia-Starterinnen ihrer Zeit. Weitere Olympiasiegerinnen im Damen-Einsitzer sind unter anderem Ortrun Enderlein (GDR), Erika Lechner (ITA), Doris Neuner (AUT), Vera Zozulia (URS) und Gerda Weissensteiner (ITA), die jeweils eine Goldmedaille gewinnen konnten.
Auch Athletinnen ohne Olympiasieg konnten sich mehrfach auf dem Podium platzieren. Barbara Niedernhuber (GER) und Ute Rührold (GDR) gewannen jeweils zwei Silbermedaillen, während zahlreiche weitere Rennrodlerinnen mindestens eine Silber- oder Bronzemedaille im Einsitzer erreichten.
Insgesamt zeigt die Olympia-Statistik im Damen-Einsitzer die langjährige Dominanz Deutschlands (inklusive der ehemaligen DDR), ergänzt durch starke Einzelauftritte aus Österreich, Italien, der Sowjetunion bzw. dem ROC, den USA und Kanada. Die Disziplin zählt damit zu den traditionsreichsten und erfolgreichsten Wettbewerben im olympischen Rennrodeln.
Olympische Disziplin seit: 1964
Erfolgreichste Athletin: Natalie Geisenberger (GER)
→ 3× Gold, 1× Bronze
Weitere Mehrfach-Olympiasiegerinnen:
→ Steffi Martin-Walter (GDR), Sylke Otto (GER) – je 2× Gold
Erfolgreichste Nation: Deutschland (inkl. GDR/FRG)
Olympiasiege auch für: ITA, AUT, URS
Herren Doppelsitzer: Perfekte Synchronität und Team-Disziplin der Champions
(bis Peking 2022 war der Doppelsitzer eine offene Kategorie für Herren und Damen)
Der Herren Doppelsitzer gilt seit der olympischen Premiere des Rennrodelns 1964 als Inbegriff von Präzision, Synchronität und Vertrauen – und ist zugleich eine Disziplin, die über Jahrzehnte hinweg klar von wenigen Nationen dominiert wurde. Erfolgreichstes Doppel der olympischen Geschichte ist das deutsche Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt. Die beiden gewannen dreimal olympisches Gold und sind damit das einzige Doppel mit drei Siegen bei Olympischen Winterspielen.
Ebenfalls zu den prägenden Persönlichkeiten der Disziplin zählen Jan Behrendt / Stefan Krausse (GDR/GER). Das deutsche Duo holte zwei Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille und gehörte über mehrere olympische Zyklen hinweg zur absoluten Weltspitze. Eine weitere Erfolgsära prägten die Österreicher Andreas Linger und Wolfgang Linger, die gemeinsam zwei Gold- und eine Silbermedaille errangen und den Herren Doppelsitzer nachhaltig mitgestalteten.
Zweifache Olympiasieger sind zudem Hans Rinn / Norbert Hahn, die für die DDR antraten und mit zwei Goldmedaillen ebenfalls einen festen Platz in der Olympia-Historie einnehmen. Weitere Olympiasiege im Herren Doppel gingen unter anderem an Athleten aus Deutschland, Italien und Österreich, was die über Jahrzehnte anhaltende Dominanz dieser Nationen unterstreicht.
Neben den Olympiasiegern finden sich zahlreiche Doppel mit Silber- und Bronzemedaillen, darunter Teams aus Lettland, den USA, der ehemaligen Sowjetunion sowie weiteren europäischen Nationen. Diese Ergebnisse zeigen die zunehmende internationale Leistungsdichte, ohne die klare Vormachtstellung der traditionellen Rodelnationen zu schmälern.
Insgesamt belegt die Olympia-Statistik im Herren-Doppelsitzer die herausragende Rolle Deutschlands (inklusive FRG und GDR), ergänzt durch starke Generationen aus Österreich und Italien. Kaum eine andere Disziplin steht so sehr für Kontinuität, Teamarbeit und technische Perfektion – Eigenschaften, die den Herren-Doppelsitzer bis heute zur olympischen Königsklasse im Rennrodeln machen.
Olympische Disziplin seit: 1964
Erfolgreichstes Doppel:
Tobias Wendl / Tobias Arlt (GER) → 3× Gold
Erfolgreichstes Duo der Historie (Medaillen):
Stefan Krausse / Jan Behrendt (GER) – 2× Gold, 1× Silber, 1× Bronze
Weitere prägende Nationen: Österreich, Italien
Erfolgreichste Nation insgesamt: Deutschland
2014 in Sotchi erstmals im Olympischen Programm gingen die Siege in der Team-Staffel dreimal in Folge an Team Deutschland. Team Österreich hat einmal Silber und einmal Bronze, Team Lettland zweimal Bronze und Team Kanada einmal Silber gewonnen.
Die komplette Olympia-Statistik ist hier zu finden: Statistiken des internationalen Rennrodelverbandes FIL
Olympia-Premiere im Damen Doppelsitzer
Ein Meilenstein für den Rodelsport: Bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 wird die Disziplin Damen Doppel erstmals als olympische Disziplin ausgetragen. Die Einführung stärkt die Geschlechterparität und erweitert zugleich die Team Staffel. Bereits bei den Olympischen Jugendspielen Lausanne 2020 gehörte der Damen Doppelsitzer zum Programm. Die olympischen Doppelsitzer Wettbewerbe in Cortina d’Ampezzo finden am 11. Februar 2026 für Damen und Herren statt.
Zitate zur Olympia-Premiere im Damen Doppel
Dajana Eitberger (GER): „Ich freue mich riesig darauf, bei den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026 im Doppelsitzer der Frauen anzutreten. Es ist das erste Mal, dass Damen Doppel im olympischen Programm vertreten ist, und wir sind Teil der Geschichte, die am 11. Februar in Cortina geschrieben wird.“
Selina Egle (AUT): „Wir freuen uns sehr darauf, dass alle Athleten zu den Olympischen Spielen in Cortina zusammenkommen. Es wird unsere erste Olympiateilnahme sein und wir freuen uns sehr auf dieses besondere Erlebnis an dem wir teilhaben und Geschichte schreiben dürfen mit einer tollen, neuen Rodel-Disziplin, dem Damen Doppel.“
Lara Kipp (AUT): „Die Olympischen Spiele sind für uns etwas ganz Besonderes. Wir waren nur bei den Olympischen Jugendspielen 2020 dabei und konnten dort am Ende wegen einer Verletzung nicht starten. Danach dachten wir, unser Kindheitstraum sei geplatzt, bis das Damendoppel für Milano Cortina 2026 ins Programm aufgenommen wurde. Das war ein sehr glücklicher Moment für uns. Ich freue mich jetzt sehr auf unsere ersten Olympischen Spiele.“
Chevonne Forgan (USA): „In Italien werden zum ersten Mal Olympische Spiele mit Damen Doppel im Programm stattfinden, und wir sind so begeistert, dass es als olympische Disziplin aufgenommen wurde. Ich freue mich einfach riesig darauf, auf der olympischen Bühne anzutreten.“
Sophia Kirkby (USA): „Ich bin sehr glücklich, dass das IOC einen Schritt in Richtung Gleichstellung von Männern und Frauen bei den Olympischen Spielen gemacht hat.“
Olympia-Rückblick Peking 2022: Deutschland erfolgreichste Olympia-Nation
Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking (CHN) war Team Deutschland das Maß aller Dinge. Mit viermal Gold und zweimal Silber in vier Disziplinen (Damen und Herren Einzel, Doppel und Team Staffel) waren die deutschen Rodler die erfolgreichste Nation und fuhren ihr historisch bestes Olympia-Ergebnis ein.
Bei den Damen siegte Natalie Geisenberger zum dritten Mal in Folge, vor Anna Berreiter (beide GER) und Tatjana Ivanova (RUS). Bei den Herren holte sich Johannes Ludwig (GER) nach Olympiabronze in Pyeongchang 2018 diesmal die Goldmedaille, vor Wolfgang Kindl (AUT) und Dominik Fischnaller (ITA). Bei den Doppelsitzern (damals noch eine offene Kategorie für Damen und Herren) ging der Titel ebenfalls zum dritten Mal in Folge an die Deutschen Tobias Wendl/Tobias Arlt vor ihren Teamkollegen Toni Eggert/Sascha Benecken und Thomas Steu/Lorenz Koller (AUT). In der Team-Staffel triumphierte erneut Deutschland vor Österreich und Lettland.
Stimmen Allgemein vor Milano Cortina 2026:
Jonas Müller (AUT): „Wir fahren nach St. Moritz, machen ein paar Trainingstage. Dann bin ich mehr als bereit für Olympia.”
Felix Loch (GER): „Mit dem Material bin ich, so wie es ist, mega zufrieden. Wahrscheinlich werden’s andere Schienen als zuletzt in Oberhof. Ich gehe noch einmal trainieren, kurz Zuhause die Füße hochlegen. Und danach reisen wir nach Cortina.”
Max Langenhan (GER): „Die Füße hochlegen kann man nach Olympia. Jetzt heißt es durchziehen – rodeln und trainieren.”
Julia Taubitz (GER): „Wir trainieren erst einmal weiter, haben noch ein paar Tests vor uns, weil ich in Cortina meine Ruhe haben und mich vorher schon materialtechnisch festlegen möchte. Ich trainiere noch vier Tage, dann mache ich tatsächlich vier Tage nur Entspannung – Familie, Freunde, Kosmetik. Eben solche Frauendinge. Dann freue ich mich schon auf die Anreise.”
“Die Bahn in Cortina gefällt mir ziemlich gut. Sie ist sehr gefühlvoll, war in der Trainingswoche noch ein bisschen langsam und könnte noch ein bisschen schneller sein. Sie geht sehr flach. Die Kurve vier ist für uns ein entscheidender Punkt, an dem man gut treffen muss. Der Kurvenrhythmus ist sehr schön, und da der Eisausbau schon sehr gut war, gab es kaum Schläge. Das vergleichen wir dann immer so ein bisschen mit einer Badewanne. Wenn du da schön den Rhythmus hast, kannst du den Schlitten runtertanzen lassen. Dann macht es richtig Spaß. Ich bin oft mit einem Lachen im Ziel angekommen.“
Merle Fräbel (GER): „Auf den ersten Blick mochte ich die Bahn, auf den zweiten dann erstmal wieder nicht. Die Kurve vier hat mir zu Beginn zu schaffen gemacht, und die ersten paar Läufe waren etwas holprig. Dann hatte ich es aber auch relativ schnell raus. Wir hatten anfangs nicht so eine schnelle Bahn – das ist für den Anfang immer gut, da denkt man sich: ‚Okay, wir können jetzt schneller werden.‘ Unsere letzten zwei Einheiten, die zwei Qualifikationsrennen am Ende, waren dann schon flott. Wir hatten gute Bedingungen, und das macht natürlich auch Spaß. Da merkt man den Druck – man muss dann lenken, und das ist etwas, was wir in Deutschland gut können. Wir haben viele Strecken, auf denen man ordentlich lenken muss.“
Lisa Schulte (AUT): „Wir fahren zur direkten Olympia-Vorbereitung mit dem Team nach Sankt Moritz. Danach geht es nach Cortina.
In Sachen Cortina Sliding Centre hat sich beim Test-Event im November bestätigt, was sich bereits bei der Pre-Homologierung im März 2025 gezeigt hat: Auch wenn es sich nicht rasend schnell anfühlt und man kaum Feedback vom Schlitten bekommt, ist es grundsätzlich eine coole Bahn. Der obere Bereich ist eher flach, beinhaltet aber einige technische Schwierigkeiten, wie beispielsweise die Ausfahrt aus der Kurve vier. Ab der Kurve neun sorgt das Gefälle für mehr Geschwindigkeit, speziell in den großen und langgezogenen Kurven im unteren Bahnbereich kann man den Schlitten richtig gut laufen lassen. Mit der Ausfahrt aus der Kurve elf ist der erste Tiefpunkt der Bahn erreicht, es geht dann kurz flach dahin, anschließend folgt mit der Schikane in der 12/13 die erste von zwei Bergauf-Passagen.“
Hannah Prock (AUT): „Die Kurvenprofile der Olympiabahn in Cortina erinnern mich mit den langen Ein- und Ausfahrten teilweise an die asiatischen Bahnen. Die technischen Herausforderungen sind - abgesehen der Kurve vier - überschaubar. Was man oben verliert, ist unten raus aber nur noch schwer aufzuholen, da es ab dem Übergang 14-15 wieder bergauf geht. Ich denke, man kann sich diese Bahn sehr gut erarbeiten, mir taugt sie.“
Trinity Ellis (CAN): „Zweimalige Olympiateilnehmerin zu sein, ist für mich surreal. Ein Traum ist wahr geworden. Ich freue mich sehr darauf. Es ist natürlich eine völlig neue Gruppe von Athleten als beim letzten Mal in Peking 2022. Wir sind ein sehr kleines Team und wie eine Familie füreinander. Ich versuche, meine Erfahrungen weiterzugeben, aber ich weiß auch, dass diese Spiele ganz anders sein werden. Ich freue mich sehr darauf, dass meine Freunde und meine Familie dabei sein werden.”
„Die Bahn in Cortina macht definitiv Spaß. Sie ist ziemlich einzigartig. Es gibt weltweit keine andere Bahn, die man mit der Olympia-Bahn für Milano Cortina 2026 vergleichen könnte. Es gibt keine besonders technischen Elemente, aber gleichzeitig bietet sie viele Herausforderungen. Es gibt Abschnitte, die wirklich anspruchsvoll sind. Aber ich mag es dort. Es macht ziemlich viel Spaß. Ich war im März 2025 während der Vor-Homologierung der Bahn sehr beeindruckt, wie schnell sie gebaut wurde und welche Fortschritte im letzten Sommer erzielt wurden. Ich bin gespannt, wie sie aussieht, wenn wir jetzt zu den Olympischen Spielen zurückkehren. Und ich bin wirklich froh, dass wir dort eine Bahn haben. Cortina ist so wunderschön. Das hilft auf jeden Fall.“
Tobias Arlt (GER): „Jetzt geht’s erst einmal nach Hause. Wir waren zwölf Tage in Oberhof, jetzt müssen wir erst einmal wieder runterkommen, entspannen, den Körper regenerieren. Danach machen wir noch einmal eine kleine Vorbereitung – kurz und knackig.”
Wolfgang Kindl (AUT): „Man hat nach den ersten Testfahrten immer gehört, dass Cortina eine sehr leichte Bahn sei, ich persönlich finde, dass sie durchaus ihre Tücken hat. Vor allem der obere Bereich ist technisch anspruchsvoll, in den ersten Kurven muss die Linie zwingend passen. Im unteren Bereich ist dann mehr Speed drinnen. Hier musst du dich richtig lang machen, die Aerodynamik muss am Punkt sein. Die Bedingungen haben im Herbst nicht allzu schnelle Fahrten zugelassen, ich bin sicher und hoffe, dass es noch schneller wird, wenn wir jetzt im Februar für die Olympischen Spiele wieder nach Cortina kommen.“
Martins Bots (LAT): „Wir freuen uns sehr über unseren Podiumsplatz beim Mixed Event des letzten Weltcups in Oberhof und darüber, mit dieser Leistung zu den Olympischen Spielen fahren zu können. Nach dem Weltcup in Oberhof sind wir nach Lettland zurückgekehrt, um uns auf die Olympischen Winterspiele in Cortina vorzubereiten. Es gibt noch viel zu tun. Bis zum letzten Tag werden wir uns athletisch vorbereiten, unsere Fahrtechnik trainieren und an unserem Schlitten arbeiten. Ankunft in Cortina ist am 1. Februar.“
Roberts Plume (LAT): „Wir haben eine Art Hassliebe zur Bahn in Cortina, denn wenn wir gut fahren, ist es nicht schnell genug. Aber insgesamt fühlt es sich gut an und ich liebe diese neuen Strecken. Sie sind neu, modern, es ist schön, dort zu sein. Alles ist für die Athleten gemacht. Der Ort, die Stadt ist großartig. Das Essen ist natürlich sehr gut.“
„Die Olympiabahn in Cortina ist anspruchsvoll und wir müssen noch mehr Geschwindigkeit aufbauen. Das war eine Herausforderung für uns. Aber wir haben noch einige Trainingsläufe vor uns. Hoffentlich wird alles gut.
„Dass die Basis der Bahn eine traditionelle Bahn ist, ist ein cooler Faktor. Ich habe die alte Bahn nicht recherchiert, aber wir alle wissen, dass sie ziemlich ähnlich ist. Als wir dort waren, haben wir die Kurven der alten Bahn gesehen, sie sind beängstigend. Sie sind beängstigender als die jetzige Bahn. Außerdem sind die Schlitten komfortabler und ich denke auch sicherer als damals. Damals war es einfach eine holprige Fahrt.“
„Das Ziel für die Olympischen Winterspiele ist: gewinnen! Zweiter und Dritter zählt doch schon nicht mehr wirklich. Es gibt nur ein Ziel, ich will gewinnen!
Als wir zu unseren ersten Olympischen Spielen in Peking fuhren, wollten wir nichts. Wir wollten dabei sein. Es ist ziemlich gut gelaufen. Jetzt haben wir wirklich hart für unser Ziel gearbeitet. Wir haben mehr Erfahrung. Ich denke, wir sind in einer guten Position, um das zu schaffen. Es ist viel Arbeit für uns, es ist viel Arbeit für unsere Trainer. Aber ich denke, wir können gewinnen.“
Devin Wardrope (CAN): „Wir hätten uns fast für die Olympischen Spiele 2022 in Peking qualifiziert, aber wir haben es nicht geschafft und fahren nun nach Milano Cortina 2026. Das war mein bisher schwerstes Jahr im Sport. Ich komme gerade von einer schweren Schulterverletzung zurück. Wenn ich auf die letzten ein, zwei Monate zurückblicke, wusste ich nicht, ob ich heute hier stehen würde. Ich konnte mit unserem großartigen Betreuerteam (Physiotherapeuten, Trainern und Coaches) zusammenarbeiten, um einen soliden Plan zu erstellen, wie ich wieder auf den Schlitten zurückkehren und meine Schulter stärken kann. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, aber ich bin so glücklich und dankbar, dass wir bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina antreten können.“
Andrea Vötter (ITA): „Cortina ist meine neue Lieblingsbahn. Wenn man in den Aufwärtspassagen nicht genügend Schwung hat, kann man sehr viel Zeit verlieren. Die Bahn in Italien ist wichtig für unseren Sport.
Klar ist bei den Olympischen Spielen zuhause mehr Druck dabei, aber das ist auch etwas Schönes. Wir werden 100 Prozent geben, damit wir uns nichts vorwerfen können. Unser Ziel ist eine Medaille.“
Marion Oberhofer (ITA): „Mir gefällt die Bahn auch sehr gut. Sie beginnt schon am Start gut und mit den großen Kurven muss man selbst viel fahren. Es ist nicht nur eine Gleiterbahn. Das macht es sehr interessant.“
Chevonne Forgan (USA): „Ich mag die Bahn in Cortina sehr. Sie ist einzigartig, weil alle Kurven so lang sind und es so viele Steigungen gibt, vor allem am Ende der Bahn. Sie fühlt sich sehr geschmeidig und flüssig an. Ich habe viel Spaß dabei.
Eigentlich gibt es keine Bahn, die der in Cortina ähnelt. Als wir zum ersten Mal dort waren, sind wir sie mehrmals abgelaufen. Wir haben versucht, sie mit anderen Bahnen zu vergleichen. Einige Passagen erinnern mich an Park City, das einen ähnlichen Flow und ein ähnliches Gefühl hat. Einige Teile ähneln Pyeongchang. Ich glaube, es war der gleiche Architekt. Man sieht einige Ähnlichkeiten, aber das Gefühl ist anders. Letztendlich ist Cortina einzigartig.“
Sophia Kirkby (USA): „Es macht Spaß, eine ganz neue Bahn zu erleben. Es ist sehr interessant, neue Abschnitte und Dynamiken kennenzulernen. Die Bahn wechselt häufig zwischen Abfahrten und Anstiegen. Wenn man bergauf fährt, habe ich das Gefühl, dass mein Kopf nach unten gezogen wird. Ich kenne keine andere Bahn mit so vielen Anstiegen.“
Beattie Podulsky (CAN): „Damen Doppel ist eine unglaublich tolle, neue olympische Disziplin. Kailey und ich sind ein perfektes Team. Es ist mir sehr wichtig, Spaß beim täglichen Training zu haben. Ich finde, dass unser Lebensstil sehr anstrengend und kräftezehrend sein kann. Wenn man viel unterwegs ist und von den tollen Menschen zu Hause lange getrennt ist, kann das sehr belastend sein, und ich glaube, man braucht einfach jemanden, der einem die Laune hebt. Es tut immer gut, ab und zu mal gemeinsam zu lachen.“
Kailey Allan (CAN): „Ich habe an den Olympischen Jugendspielen 2020 in Lausanne teilgenommen und denke, dass es definitiv hilfreich ist, auf diese Erfahrung zurückzublicken und zu lernen, wie man mit Stress und Ablenkungen umgeht. Man sollte versuchen, diese vor dem Wettkampf so weit wie möglich zu minimieren und sich danach umso mehr auf die Feierlichkeiten mit der Familie zu konzentrieren. Ich denke, Milano Cortina 2026 wird ähnlich wie in Lausanne 2020 sein, denn wir waren in St. Moritz nur mit den Schlittensportarten und einigen Eisschnellläufern. Dieses Mal werden nur die Schlittensportarten, einige Skifahrer und ein paar Curler dabei sein. Es wird wieder eine kleine Blase sein, aber es wird viel Spaß machen, alle wiederzusehen.
Cortina ist einfach atemberaubend, die Bergkulisse dort ist fantastisch und ich finde gut, dass jeder dort bei Null angefangen hat, sich die Bahn zu erarbeiten. Freilich, das Team Italien hat einen gewissen Heimvorteil, weil sie mehr Fahrten haben als alle anderen, aber alle anderen waren noch nicht oft dort und mussten alles in wenigen Läufen erlernen.“
Patric Leitner, Cheftrainer Deutschland: „Es sind die siebten Olympischen Spiele, die ich erleben darf. Das ist immer etwas ganz Besonderes. Wir müssen uns den Gegebenheiten in Cortina anpassen, speziell im Olympischen Dorf. Nicht jammern, sondern es so akzeptieren. Das ist ganz ganz wichtig. Wir sind in jeder Disziplin absolute Medaillenkandidaten. Im Team sind lauter erfahrene Leute, die schon Olympiamedaillen, WM-Medaillen, Weltcups gewonnen haben. Wichtig ist, dass man ruhig bleibt, dass man am Tag X seine Leistung abruft und dann kann es gut ausgehen.“
Robert Fegg, Cheftrainer Luge Canada: „Die letzten vier Jahre waren eine lange Reise. Ich bin stolz auf mein junges Team und hoffe, dass sie nicht vergessen, auch auf sich selbst stolz zu sein. Die Reise durch dieses Jahr war ziemlich hart. Es war schwierig. Es war schwierig für jeden Einzelnen und es war schwierig für das Team. Ich bin sehr glücklich über unsere Betreuer, denn ich kann ihnen vertrauen, sie machen ihre Arbeit sehr gut, und wenn etwas dazwischen kommt – wie Devins Schulterverletzung –, wird das Problem behoben, und es gibt immer einen Plan. Man kann sich auf unser Team verlassen, und das ist fantastisch. Der Weg ist nun geschafft, jetzt müssen wir in Cortina unsere Arbeit machen.“
Randgeschichten:
Natalie Geisenberger verstärkt Olympia-Expertenteam von Eurosport
Die sechsfache Olympiasiegerin und deutsche Rekord-Athletin wird Stimme des Rodelsports im TV: Natalie Geisenberger gehört bei den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 zum Expertenteam von Warner Bros. Discovery. Für Eurosport wird die erfolgreichste Rodlerin der Geschichte die Rodelwettbewerbe analysieren und kommentieren – mit dem Ziel, Technik, Taktik und Faszination ihres Sports einem breiten Publikum greifbar zu machen. Geisenberger ist Teil eines hochkarätig besetzten WBD-Teams und steht dabei in einer Reihe mit bekannten Experten wie Martin Schmitt und Viktoria Rebensburg, die die Olympia-Übertragungen auf den Eurosport-Kanälen prägen werden.
Erin Hamlin – Olympia-Erfahrung am Mikrofon
Von der Eisbahn ins Fernsehstudio: Erin Hamlin wird bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 als TV-Analystin für NBC Olympics tätig sein. Die ehemalige US-amerikanische Rennrodlerin bringt eine außergewöhnliche olympische Perspektive mit: Ihr Debüt im Alter von 19 Jahren in Turin 2006, eine schwierige Reise durch Vancouver 2010 und schließlich der historische Moment in Sotchi 2014, als Hamlin mit Bronze im Einzel die erste olympische Medaille für den US-amerikanischen Rennrodelsport gewann. Nach ihrem letzten Olympiaauftritt in Pyeongchang 2018 und dem Ende ihrer Karriere teilt sie nun ihre Erfahrungen, ihr Fachwissen und die Perspektive einer Athletin, die selbst alle Höhen und Tiefen der Olympischen Spiele erlebt hat.
Kate Hansen, US-amerikanische Olympia-Rennrodlerin in Sotschi 2014, ist TV-Analystin für OBS (Olympic Broadcasting Service), den Host Broadcaster der Olympischen Spiele.
Kate Hansen war zwei Jahre lang die Moderatorin der FIL Studio Show auf dem YouTube World Luge Channel und arbeitete außerdem für OBS bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking.
Alpini im Einsatz am Olympia-Eiskanal
Beim Olympischen Test Event im neuen Cortina Sliding Centre sammelten nicht nur Athletinnen und Athleten wertvolle Erfahrungen für die Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026. Auch 30 Soldaten der italienischen Gebirgsjäger – die traditionsreichen Alpini – bereiteten sich intensiv auf ihren Olympia-Einsatz vor. Ohne Vorkenntnisse im Schlittensport wurden sie Schritt für Schritt in Abläufe und Sicherheitsaufgaben eingewiesen. Ob Zugangskontrollen, Sicherung im Zielbereich, Einsatz als „Catcher“ oder das Öffnen und Schließen der Sonnensegel in den Kurven: Die jungen Soldaten, überwiegend aus dem Apennin, tragen mit langen Schichten und wachsender Begeisterung entscheidend zum reibungslosen Ablauf am 1.749 Meter langen Eiskanal bei. Die Alpini sind zu den olympischen Rodelbewerben und Trainings im Cortina Sliding Centre täglich mit langen Schichten im Einsatz.
Internationale Expertise in der Rodel-Jury: Professor Wu Dawei
Mit Wu Dawei sitzt bei den Rodelbewerben der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 ein ausgewiesener Experte in der Jury. Der Professor der Harbin Sport University war maßgeblich am Aufbau der ersten chinesischen Nationalmannschaft beteiligt, arbeitete als Trainer, später als stellvertretender Sportmanager und Race Director bei den Olympischen Spielen Peking 2022 – und bringt damit umfassende operative Olympia-Erfahrung mit. Als FIL-Jurymitglied ist Wu Dawei bei Test Event und Olympischen Spielen unter anderem für Start- und Zielprozesse, Finish-Überwachung und das Touchpad in der Team Staffel verantwortlich. Seine internationale Laufbahn steht exemplarisch für Fachkompetenz und die globale Ausrichtung des Rodelsports.
Tina und Milo: Maskottchen mit Botschaft
Mit den Hermelin-Geschwistern Tina und Milo haben die Olympischen und Paralympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 zwei ausdrucksstarke Maskottchen. Tina, mit ihrem helleren Fell, steht für die Olympischen Spiele, während Milo mit dunklerem Fell und einer fehlenden Pfote die Paralympischen Spiele repräsentiert. Gemeinsam verkörpern sie Offenheit, Neugier und Inklusion – und spiegeln den zeitgenössischen, lebendigen und dynamischen italienischen Geist wider. Ihre Namen sind dabei bewusst gewählt: Milo ist von Mailand inspiriert, Tina von Cortina d’Ampezzo.
Armin Zöggeler – Die Legende des Rennrodelns
Wenn im Rennrodeln von den Größten aller Zeiten gesprochen wird, fällt ein Name unweigerlich zuerst: Armin Zöggeler. Der Italiener ist nicht nur der erfolgreichste Olympia-Rodler aller Zeiten, sondern auch eine Ikone des Wintersports. Mit einer einzigartigen Mischung aus Präzision, mentaler Stärke und taktischem Gespür hat er den Eiskanal über zwei Jahrzehnte hinweg dominiert.
Sein sportlicher Lebenslauf liest sich wie ein Kapitel aus einem Rekordbuch: Sechs olympische Medaillen in sechs aufeinanderfolgenden Winterspielen – von Lillehammer 1994 bis Sotschi 2014. Darunter zweimal Gold (Salt Lake City 2002 und Turin 2006), einmal Silber (Nagano 1998) und dreimal Bronze (1994, 2010, 2014). Kein anderer Athlet, weder im Sommer- noch im Wintersport, hat es je geschafft, in derselben Disziplin bei sechs aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen eine Einzelmedaille zu gewinnen. Der deutsche Ausnahmerodler Georg Hackl war kurz davor. Hackl hat sogar drei Olympische Goldmedaillen im Einzel (1992, 1994 und 1998) und damit eine Goldene mehr. Mit Olympia-Silber von 1988 und 2002 hat Hackl nur eine Medaille weniger als Zöggeler gewonnen.
Auch im Gesamtweltcup setzte Zöggeler Maßstäbe: Wie sein österreichischer Rivale Markus Prock gewann er zehnmal die wichtigste Trophäe im Rennrodeln. Seine Triumphe feierte er in den Saisons 1997/98, 1999/00, 2000/01, 2003/04 sowie von 2005/06 bis 2010/11 – eine Ära der Dominanz, die ihn zum Maßstab für kommende Generationen machte. Mit 57 Weltcupsiegen führt Armin Zöggeler noch heute die Bestenliste an. Der deutsche, noch aktive Rodler Felix Loch folgt mit 52 Weltcupsiegen auf dem zweiten Rang.
Zöggeler trägt den Spitznamen „Der Kannibale“ – ein Verweis auf seinen unstillbaren Hunger nach Siegen. Dieser Ehrgeiz bescherte ihm nicht nur olympische Erfolge, sondern auch unzählige Weltcup- und Weltmeistertitel. Er gilt als der Inbegriff von Konstanz: In einer Sportart, in der winzige Fahrfehler über Sieg oder Niederlage entscheiden, lieferte er über Jahrzehnte hinweg nahezu fehlerfreie Läufe.
Mit seinen Erfolgen hat Zöggeler auch die olympische Medaillenbilanz Italiens im Rennrodeln geprägt. Italien liegt mit insgesamt 18 Medaillen (7 Gold-, 4 Silber- und 7 Bronzemedaillen) auf Rang zwei der ewigen Nationenwertung hinter Deutschland, das mit 87 Medaillen den Spitzenplatz innehat.
Heute ist Armin Zöggeler weit mehr als ein ehemaliger Spitzenathlet: Er ist ein Vorbild für Generationen von Rodlern, ein Botschafter des Sports und ein Beweis dafür, dass Disziplin, Leidenschaft und Ausdauer zu Legendenstatus führen können.
Kurioses:
Der Eierhelm
Weil’s im Rodeln eng zugeht, wird die Zeit stets bis zur Tausendstelsekunde gemessen. Weil der Abstand zwischen den Sportlerinnen und Sportlern sehr eng ist, kommt’s auf jede Kleinigkeit an. Auch in der Aerodynamik. Um die Überlegenheit der DDR-Rodler zu durchbrechen, sind die bundesdeutschen Rodler bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck-Igls mit einem besonderen Helm angetreten – dem legendären Eierhelm. Gemeinsam mit einer Firma für Luft- und Raumfahrttechnik wurden die gelben und roten Eierhelme entwickelt. Im Windkanal und bei nächtlichen Testfahrten. Damit der psychologische Überraschungseffekt gelingen konnte, durfte keiner der Konkurrenten von der Entwicklung etwas mitbekommen. „Ich bin nachts um vier Uhr gefahren, damit niemand ein Foto von diesem Helm machen konnte. Ich bin heute noch erstaunt, dass nichts an die Öffentlichkeit kam“, freute sich Josef Fendt auch noch Jahre später. Der Berchtesgadener, der den Internationalen Rodelverband FIL von 1994 bis 2020 als Präsident führte, hat mit der kuriosen Kopfbedeckung immerhin Silber gewonnen, hinter DDR-Rodler Dettlef Günther. Für Fendts Teamkollegin Elisabeth Demleitner gab’s hinter den DDR-Sportlerinnen Margit Schumann und Ute Rührold Bronze. Weil der FIL die Regelauslegung zu weit ging, verbot sie den Helm umgehend.
Der Straßenrodler
Schon bevor Shiva Keshavan bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano zum Rodelwettbewerb der Herren gestartet war, hatte er sich in die Rekordbücher eingetragen. Mit 16 Jahren war er der jüngste Olympia-Rodler aller Zeiten. Fünf weitere Teilnahmen sollten für den Inder noch folgen. Sein Debüt fand jedoch unter keinem guten Vorzeichen statt. Seinen Schlitten hatte er sich vom koreanischen Team ausgeliehen, die Schuhe saßen schlecht und die Jacke war deutlich zu groß. Doch dies störte den jungen Mann, der in Manali, einer Stadt am Fuße des Himalaya-Gebirges, aufwuchs, keineswegs. Denn der Sohn einer Italienerin und eines Inders war gewohnt, Kompromisse einzugehen, um seinen Sport betreiben zu können. Weil es in Indien keinen Eiskanal gibt, raste Keshavan auf einem umgebauten Schlitten mit Rädern mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde auf vielbefahrenen Straßen im Slalom um Lastwagen, Rikschas und Herden wolliger Bergschafe hinunter. „Beinahe-Unfälle sind in diesem Sport so ziemlich die Regel“, erzählte Keshavan zum Ende seiner Karriere, „aber ich vertraue auf meine Fähigkeiten und war noch nie verletzt.“ Bei den Asien-Meisterschaften hat er zweimal Gold und jeweils einmal Silber und Bronze gewonnen. Platz 25 war bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver seine beste Platzierung.
Olympia-Athleten-Portraits Herren Einzel:
Jonas Müller und sein zweiter Anlauf
Dominik Fischnaller und der lange Weg zum Olympia Traum
Kristers Aparjods ist am Eiskanal groß geworden
Weitere Porträts von olympischen Rennrodlern auch Damen, Herren und Damen Doppel für Milano Cortina 2026 unter:
International Luge Federation - Int. Rodelverband
Geschichte der Olympiabahn im Cortina Sliding Centre -
Tradition mit Brüchen: Die Olympiabahn von Cortina
Das Cortina Sliding Center blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Bereits im Winter 1905/06 begann in Cortina d’Ampezzo der Bobsport – zunächst auf der verschneiten Dolomitenstraße zwischen Cortina und Pocol. 1923 entstand in Ronco die erste feste Bahn, die mit innovativer Vereisungstechnik internationale Aufmerksamkeit erregte. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Strecke mehrfach erweitert und modernisiert und war Austragungsort von Weltmeisterschaften im Bobsport.
Ein Höhepunkt der frühen Geschichte waren die Olympischen Winterspiele Cortina d’Ampezzo 1956, bei denen die Bahn erstmals olympische Wettkämpfe erlebte und Cortina dauerhaft auf der Landkarte des internationalen Eiskanalsports verankerte.
Gleichzeitig ist die Geschichte der Bahn auch von tragischen Unfällen geprägt, die maßgeblich zur Weiterentwicklung der Sicherheitsstandards im Eiskanal-Sport beitrugen. Nach schweren Unglücken in den Jahren 1939, 1966 und 1981 verlor Cortina zeitweise seine internationale Rolle, ehe finanzielle Probleme schließlich 2008 zur Schließung der Anlage führten.
Mit dem Neubau des Sliding Centers für die Olympischen Winterspiele 2026 knüpft Cortina nun an seine lange Tradition an – und schlägt zugleich ein neues Kapitel auf, das moderne Sicherheitskonzepte mit historischer Bedeutung verbindet.
Technische Daten Cortina Sliding Center (CSC):
Herren Einzel: Damen Einzel, Damen und Herren Doppel sowie Team Staffel:
Länge: 1.445 m Rennstrecke/Länge: 1.410,25
Start Seehöhe: 1.321 m Start Seehöhe: 1.308 m
Ziel Seehöhe: 1.254,56 m Ziel Seehöhe: 1.254,56 m
Tiefster Punkt: 1.213,78 m Tiefster Punkt: 1.213,78 m
Maximales Gefälle: 18 % Maximales Gefälle: 18 %
Höhenunterschied: 107 m Höhenunterschied: 95 m
Anzahl Kurven: 16 Anzahl der Kurven: 14
Jeder Abschnitt der Bahn wurde mit Bedacht benannt – mit tiefem Bezug zur lokalen Geschichte, zum Dialekt und zur Geografie:
- Kurve Stries: Eine wiederaufgenommene Kurve der alten Bahn. „Stries“ bezeichnet ein Gebiet oberhalb der Strecke mit dem kleinen See Lago delle Stries. Im lokalen Dialekt bedeutet „Stries“ „Hexen“.
- Kurve Verzi: Benannt nach der Familie Verzi, die zur Zeit des Baus der Olympiabahn 1956 das Land für diese Kurve gespendet hatte.
- Kurve Sento: Der Name leitet sich vom ampezzanischen Dialektwort „scènto“ ab, das „Holzstapel“ bedeutet. Vermutlich befand sich hier vor dem Bahnbau eine Wiese zum Lagern von Brennholz.
- Kurven Labirinti (drei Kurven: Labirinti uno, due und tre): Drei eng aufeinanderfolgende Kurven, die traditionell „Labyrinthe“ genannt werden – übernommen von der alten Bahn.
- Kurve Belvedere: Der Name bedeutet „schöne Aussicht“ – hier genießt man einen Panoramablick auf das Ampezzotal.
- Kurve Lago Bandion: Wie bei der Kurve Stries verweist der Name auf einen Ort mit einem kleinen See unterhalb der Kurve.
- Kurve Lino K2: Gewidmet dem berühmten Alpinisten, der als erster den K2 (8.611 m) bestieg. Sein Wohnhaus liegt direkt hinter dieser Kurve.
- Gerade Antelao / Kurve Antelao: Diese Streckenteile sind nach dem Monte Antelao benannt, der von hier aus gut sichtbar ist.
- Kurve Cristallo: Benannt nach dem Monte Cristallo, der sich hinter der Kurve erhebt und von dort gut sichtbar ist.
- Chicane Sopiazes: Eine kleine Schikane nach der Cristallo-Kurve mit Blick auf die Tennisplätze in der Ortschaft Sopiazes.
- Kurve Tofana: Zur Erinnerung an die Tofana-Kurve beim Startbereich der Bahn von 1956 – mit Blick auf die gleichnamige Berggruppe.
- Kurve Anpezo: Benannt nach der Sicht ins Tal und auf den Ortskern von Cortina, der im Ladinischen „Anpezo“ heißt.
- Kurve Arrivo: Die Zielkurve übernimmt traditionell den Namen der letzten Kurve der alten Bahn.
Zeitplan – Rodeln Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026
Cortina d’Ampezzo | alle Zeiten Lokalzeit (CET)
Freitag, 6. Februar
20:00 – Eröffnungsfeier Mailand
Samstag, 7. Februar
17:00 – Herren Einsitzer | Lauf 1
18:32 – Herren Einsitzer | Lauf 2
Sonntag, 8. Februar
17:00 – Herren Einsitzer | Lauf 3
18:34 – Herren Einsitzer | Lauf 4
Montag, 9. Februar
17:00 – Damen Einsitzer | Lauf 1
18:35 – Damen Einsitzer | Lauf 2
Dienstag, 10. Februar
17:00 – Damen Einsitzer | Lauf 3
18:34 – Damen Einsitzer | Lauf 4
Mittwoch, 11. Februar
17:00 – Damen Doppel | Lauf 1
17:51 – Herren Doppel | Lauf 1
18:53 – Damen Doppel | Lauf 2
19:44 – Herren Doppel | Lauf 2
Donnerstag, 12. Februar
18:30 – Team Staffel
Änderungen vorbehalten!
Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026 live sehen:
https://www.olympics.com/en/milano-cortina-2026/where-to-watch-olympic-games-live





