Vorschau 5. EBERSPÄCHER Rodel Weltcup Winterberg (GER):
Saison-Halbzeit und letztes Olympia-Qualifikationsrennen im Sauerland
Winterberg (FIL/07.01.2026) Nach dem sportlichen Jahresauftakt im lettischen Sigulda heißt das Team um OK-Chef Stephan Pieper, Geschäftsführer des Sportzentrum Winterberg Hochsauerland GmbH, die Rodelelite an diesem Wochenende bereits zum zweiten Mal in dieser Saison in der VELTINS-EisArena Winterberg willkommen. Nachdem die Winterberger zum Saisonauftakt für Innsbruck-Igls eingesprungen waren, geht es auch beim 5. EBERSPÄCHER Weltcup vom 09. bis 11. Januar 2026 im Sauerland um Weltcuppunkte und zum letzten Mal um die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026.
102 Schlitten aus 22 Nationen werden in Winterberg starten. Gemeldet haben 34 Damen und 37 Herren im Einsitzer sowie 13 Damen- und 18 Herren-Doppelsitzer. Neben den Weltcup-Rennen steht am Sonntag die vierte von sechs Team-Staffeln im Rahmen des EBERSPÄCHER Team-Staffel-Weltcup presented by BMW auf dem Programm.
Letztes Olympia-Qualifikationsrennen in Winterberg
Mit dem Rennen in Winterberg geht die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 zu Ende. Insgesamt 106 Quotenplätze stehen seitens des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die Rodlerinnen und Rodler zur Verfügung. Die Qualifikation für die Olympischen Rodel-Bewerbe basiert seitens der FIL auf fünf Qualifikationsrennen der Olympiasaison. Quotenplätze werden demnach mit folgenden Quoten pro Disziplin vergeben: 25 für Herren-Einsitzer, 25 für Damen-Einsitzer, 34 (17 Paare) für Herren Doppel und 22 (elf Paare) für Damen Doppel.
„Das Testevent in Cortina sowie die Weltcups in Park City, Lake Placid, Sigulda und Winterberg zählen für die Olympia-Qualifikation. Nach dem EBERSPÄCHER Weltcup in Winterberg informieren wir die Nationalen Olympischen Komitees über ihre Quotenplätze, denn nicht wir als FIL nominieren die Athleten, sondern die jeweiligen NOKs“, erklärt FIL Exekutivdirektor Christoph Schweiger. „Wichtig für alle wird nochmal das zweite Rennwochenende Ende Januar in Oberhof, denn es zählt zur Formierung der Gesetztenliste, auf deren Grundlage die Startreihenfolge in Cortina ausgelost wird. Je weiter vorne man platziert ist, umso besser.“
Britcher, Loch, Egle/Kipp und Wendl/Arlt führen im Gesamtweltcup
Die bevorstehenden Rennen markieren die Halbzeit im diesjährigen EBERSPÄCHER Rodel Weltcup. Nach den Rennen in Winterberg stehen noch zwei Weltcups in Oberhof (GER) sowie nach den Olympischen Spielen in St. Moritz (SUI) und Altenberg (GER) im Saisonkalender. Nach vier von neun Weltcuprennen im Olympia-Winter sieht der Blick auf den Stand des Gesamtweltcups wie folgt aus: Summer Britcher (USA), Felix Loch (GER) und das Damen Doppel Selina Egle / Lara Kipp (AUT) sowie die deutschen Herren Doppel Tobias Wendl / Tobias Arlt führen derzeit die Weltcupwertung an.
Sie wolle präsent sein und jedes einzelne Rennen genießen, hatte Summer Britcher zu Saisonbeginn erklärt. Die Gelassenheit scheint der US-Amerikanerin gut zu tun, denn mit zwei Siegen und einem dritten Platz stand sie bisher bei jedem Weltcup auf dem Podest (Team USA war beim Auftakt in Winterberg nicht am Start) und führt mit 270 Punkten die Wertung im Gesamtweltcup an, vor den beiden Deutschen Merle Fräbel (245 P.) und Vorjahressiegerin Julia Taubitz (244 P.).
Bei den Herren hat Felix Loch seine aktuelle Dominanz unterstrichen und zuletzt in Sigulda den 55. Weltcupsieg seiner Karriere eingefahren (ohne Mixed Events). Der dreifache Olympiasieger stand in dieser Saison bereits dreimal ganz oben auf dem Treppchen und schickt sich an, Armin Zöggeler vom ewigen Thron zu schubsen. Der heutige Sportdirektor Italiens führt mit insgesamt 57 Weltcupsiegen die Statistik an und hat in seiner erfolgreichen Karriere insgesamt 10-mal den Gesamtweltcup gewonnen. Vor dem Weltcup in Winterberg führt der 36-jährige Loch mit 346 Punkten vor Jonas Müller (AUT, 330 P.) und Teamkollege Max Langenhan (GER, 310 P.).
Im Damen Doppel sind Selina Egle und Lara Kipp (AUT) derzeit das Maß aller Dinge und rodelten in Sigulda zu ihrem zweiten Sieg in Folge. Nachdem sie zuvor bereits zweimal Zweite wurden, bauten die amtierenden Welt- und Europameisterinnen ihren Vorsprung im Gesamtweltcup weiter aus. Mit 360 Punkten führen sie vor den Deutschen Eitberger / Matschina (340 P.) und Degenhardt/Rosenthal (230 P.).
Spannend geht es im Herren Doppel zur Sache mit vier verschiedenen Siegern in vier Weltcuprennen. Zuletzt fuhren die Letten Sevics-Mikelsevics / Krasts vor heimischem Publikum ihren ersten Weltcupsieg ein, gefolgt von Wendl/Arlt (GER) und ihren Teamkollegen Bots/Plume. Das deutsche Doppel hat jetzt mit 266 Punkten die Führung im Gesamtweltcup übernommen, dicht gefolgt von Bots/Plume (LAT, 265 P.) und Gatt/Schöpf (AUT, 244 P.).
Eine Übersicht zu den Weltcup-Gesamtständen und den einzelnen Disziplinen gibt es hier Weltcup Gesamtstände - Rennrodeln
Road to Milano-Cortina:
Norbert Huber (ITA): Ein Südtiroler führt China nach Cortina
Wenn die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina eröffnet werden, erlebt Norbert Huber ein besonderes Heimspiel: Der Südtiroler Ausnahmeathlet steht als Cheftrainer der chinesischen Rodel-Nationalmannschaft an der Bahn – nur wenige Kilometer von seiner Heimat entfernt. Seit vier Jahren treibt Huber den Aufbau des jungen Teams mit viel Detailarbeit, internationalem Know-how und großer Leidenschaft voran. Mit gezielten Fortschritten im Startbereich, neuem Material und verstärktem Fokus auf mentale Stärke blickt Team China optimistisch auf die neue Olympiabahn in Cortina. Huber ist überzeugt: Die Entwicklung stimmt, Überraschungen sind möglich – und Cortina 2026 könnte für seine Athletinnen und Athleten der verdiente Lohn jahrelanger Aufbauarbeit werden. Norbert Huber – Ein Südtiroler führt China nach Cortina
FIL-Porträts der Woche:
Catlin Nash (CAN): Wieder Single: Caitlins kühner Weg zum olympischen Ruhm
Mut zum Neuanfang: Caitlin Nash hat sich trotz Silber bei den Olympischen Jugendspielen 2020 in Lausanne vom erfolgreichen Damen-Doppel losgelöst und kämpft nun als Einzelkämpferin um ihr Olympia-Ticket 2026 in Mailand-Cortina. Warum? „Ich wollte wissen, ob ich es aus eigener Kraft schaffen und zu den Olympischen Spielen fahren würde“, sagt die heute 22-jährige Nash. „Ich wollte nicht nur dabei sein, weil wir das einzige Damen-Doppel in Kanada waren.“ Mit Ehrgeiz, Geduld und Selbstvertrauen hat die Kanadierin den Sprung an die Weltspitze geschafft und zeigt: Im Rennrodeln zählen Mut und Überzeugung genauso viel wie Geschwindigkeit. Wieder Single: Caitlin Nashs kühner Weg zum olympischen Ruhm
Nagler/Malleier (ITA): Eine Karriere voller Leidenschaft, Rückschlägen und großen Überraschungen
Ivan Nagler und Fabian Malleier sind das Aushängeschild des italienischen Rennrodel-Doppels. Vom überraschenden Olympia-Debüt 2018 bis zum EM-Gold 2019 in Oberhof haben die Südtiroler Höhen und Tiefen erlebt, Rückschläge verarbeitet und sich als Team gestählt. Mit frischem Trainerwind, Erfahrung und Heimvorteil in Cortina 2026 peilen sie nun das Podium an – ein realistisches Ziel für ein Duo, das gelernt hat, aus jeder Niederlage stärker hervorzugehen. Gemeinsam im Eiskanal – Das italienische Doppel Ivan Nagler und Fabian
Stimmen vor dem 5. EBERSPÄCHER Weltcup in Winterberg:
Summer Britcher (USA): „Ich liebe Winterberg. Wir hatten viel Spaß dort in der Trainingswoche. Ich liebe Rennen und war enttäuscht, dass ich das erste Rennen verpasst habe. Jetzt freue ich mich riesig darauf, dorthin zu fahren. Bislang war es eine gute Saison. Ich versuche, auf dem Boden zu bleiben und mich weiterhin auf die Dinge zu konzentrieren, die mich bis hierhergebracht haben, nämlich einfach Spaß zu haben und mich auf die kleinen Dinge zu konzentrieren, die man auf der Bahn tun kann.“
Lisa Schulte (AUT): „Ich mag die Bahn in Winterberg, weil es dort immer sehr spannende Rennen sind. Das Starteck vom Damenstart ist schwierig und macht es für uns immer spannend. Daran bin ich beim letzten Rennen gescheitert, aber ich fahre mit viel Selbstvertrauen hin und werde mein Bestes geben. Ich hoffe, dass das neue Jahr erfolgreich so weitergeht, wie wir gestartet sind. Wir haben als Damenteam in der Saison sehr solide Leistungen gezeigt und stehen hoffentlich zu dritt in Cortina am Start.“
Dominik Fischnaller (ITA): „Die Saison verlief bisher nicht so gut, wie ich es mir erhofft hatte. Ich hatte einen ordentlichen Start mit einem vierten Platz in Park City und einem guten Rennen in Lake Placid. Aber letzte Woche in Sigulda lief es nicht besonders gut. Ich bin in meinem ersten Lauf in der 14 gestürzt. Zum Glück habe ich mich nicht verletzt, aber jetzt geht es nach Winterberg, wo das letzte Rennen für die Olympiaqualifikation stattfindet. Danach richten wir unseren Blick auf Cortina. Um ehrlich zu sein, gibt es in dieser Saison nur ein Rennen, das wirklich zählt, und ich hoffe, dass ich auf der Olympiabahn in Cortina mein volles Potenzial zeigen kann.“
Zachary Di Gregorio (USA): „Wir hoffen, dass wir in Winterberg den zweiten Startplatz für die US-Doppel sichern. Bisher sieht es ganz gut aus. Das Rennen in Winterberg ist deshalb sehr wichtig für uns. Es ist das letzte Qualifikationsrennen für die Olympischen Spiele, und wir wollen mit beiden Doppeln überzeugen. Ich mag die Bahn in Winterberg. Wir haben den ersten Weltcup zwar ausgelassen, aber wir waren zur Trainingswoche dort und wir sind gut vorbereitet. Jetzt müssen wir es nur noch runterbringen.“
Christian Eigentler (Cheftrainer AUT): „Sigulda ist nie einfach. Wir haben auf dieser Bahn schon sehr viel erlebt und durchgemacht, so gesehen kann sich unsere Bilanz allemal sehen lassen. Ganz besonders hat mich der Sieg in der Team-Staffel gefreut, der die starken Leistungen in den vorangegangenen Einzeldisziplinen bestätigt und zeigt, dass wir immer und überall anschreiben können. Jetzt werden die Karten in Winterberg neu gemischt, wir steigen am Dienstag ins Training ein und wollen unseren Weg mit der gleichen Konsequenz und Hartnäckigkeit wie zuletzt fortsetzen.“
Zeitplan 5. EBERSPÄCHER Rodel Weltcup, Winterberg (GER)
Lokale Startzeit (=CET/MEZ)
Freitag, 9 January 2026
09:00 Nationencup
14:30 Training Gesetztengruppe
Samstag, 10. Januar 2026
11:50 Uhr Damen Einzel, 1. Lauf
13:10 Uhr Damen Einzel, 2. Lauf
14:25 Uhr Herren Einzel, 1. Lauf
15:50 Uhr Herren Einzel, 2. Lauf
Sonntag, 11. Januar 2026
09:00 Uhr Damen Doppel, 1. Lauf
09:50 Uhr Damen Doppel, 2. Lauf
11:00 Uhr Herren Doppel, 1. Lauf
12:15 Uhr Herren Doppel, 2. Lauf
13:50 Uhr Team-Staffel
Alle Angaben sind ohne Gewähr!





